Interview mit einem... Künstler

Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 09.08.2010 10:55
von Athena | 3.375 Beiträge

Lydia Leydolf



Internet: http://www.lydia-leydolf.at/index.html
E-Mail: office@lydia-leydolf.at

Lydia Leydolf wurde am 29.11.1941 in Arnoldstein im Gailtal geboren. Sie besuchte die Gewerbeschule für Damenbekleidung in Villach, wo der Zeichen- professor und Maler Prof. Dr. Rudolf Canaval ihr Talent erkannte. Auf sein Anraten besuchte die Künstlerin die Modeschule Hetzendorf, nach deren Abschluss sie ihren Arbeitsplatz am Zeichenbrett verließ und eine Karriere auf dem Laufsteg einschlug. Während der Jahre als Mannequin wollte sie jedoch nicht ganz auf ihre Neigung zum Zeichnen und Malen verzichten und so ergab es sich, dass beides schon früh zu ihrem Hobby wurde.

In den letzten Jahren begann sie sich immer mehr für die Aquarellmalerei zu interessieren. Sie erweiterte ihr Wissen und ihre Fertigkeiten auf diesem Gebiet durch eine Ausbildung an der Wiener Kunstschule bei Lydia Jackson sowie bei bekannten Aquarellkünstlern wie Kurt Panzenberger, Bernhard Vogel, Gerhard Almbauer und Professor Heribert Mader.

Derzeit ist Lydia Leydolf als Dozentin bzw. Vortragende in der Kunstfabrik Wien, der Sommerakademie Geras, im Bildungshaus St. Georgen und in der Sommerakademie Aschau tätig. 


Hallo Frau Leydolf,
ich bedanke mich ganz herzlich für die Antworten zu unseren Fragen und wünschen allen viel Spaß beim lesen.


1) Frau Leydolf, Ihr Lebenslauf ist sehr ungewöhnlich. Sie haben zuerst eine Karriere in der Modebranche angefangen, eine eigene Kollektion haben Sie auch entworfen und nun malen Sie wunderschöne Aquarellbilder zu sehr vielfältigen Themen. Wie haben Sie den Sprung von den Modezeichnungen zu Ihren jetzigen Aquarellbildern geschafft?

Mein Leben verlief tatsächlich etwas ungewöhnlich. Auf Grund meines Zeichentalents besuchte ich in Wien die Modeschule Hetzendorf, dann wurde ich für den Laufsteg entdeckt. Für Haute-Couture Firmen bereiste ich den Großteil der Welt von Russland bis Amerika über Europa, Libanon usw. Modedesignerin war ich nur 2 Jahre. Später machte ich mich selbstständig mit einer Agentur für Mode. Erst im Jahre 1990 entdeckte ich die Liebe zur Aquarell-Malerei. Eigentlich hat eine Ausstellung in Wien den Ausschlag für meinen Einstieg in die Malerei gegeben.

2)Sie haben bei einigen Aquarellkünstlern gelernt, dazu zählen Lydia Jackson, Kurt Panzenberger, Bernhard Vogel, Gerhard Almbauer und Professor Heribert Mader. Bekannt ist mir nur Bernhard Vogel, vielleicht könnten Sie uns ein bisschen was zu den Persönlichkeiten sagen und wie Sie auf diese aufmerksam wurden?

Lydia Jackson war meine erste Lehrerin, doch hielt es mich wegen meiner schnellen künstlerischen Auffassungsgabe und Umsetzungsfähigkeit nicht lange bei ihr. Auf ihr Anraten bildete ich mich gleich bei fast allen bekannten österreichischen Aquarellisten fort, auch bei den von Ihnen genannten. Dort habe ich begonnen, allen Künstlern, bei denen ich einen Kurs besuchte, sehr genau auf die Finger zu sehen und mir die Techniken des Farbemischens und des Bildaufbaus anzueignen. Erst als ich meine Handelsagentur 2002 aufgab widmete ich mich der Aquarellmalerei intensiver und Prof. Mader lehrte mich die wichtigsten Grundlagen.

3) Ich schaue mir gerade Ihre Blumenmotive an. Wie gehen Sie an so ein Motiv heran? Zeichnen Sie nach Vorlage?

Blumen sind ein kniffliges Thema. Die Zartheit der Blüten auf das Papier zu bringen verlangt viel Gefühl und Aufmerksamkeit. Manchmal zeichne ich Blumen vor, damit ich weiß, wo das Papier ausgespart werden soll, ein andermal sitze ich in der Natur und lasse die Blumen auf mich einwirken, bevor ich zu malen beginne oder ich male Blumen auch nach Vorlagen wie z.B. Fotografien.

4) Eine Frage speziell zu Ihren Santorin-Motiven. Haben Sie diese vor Ort gemalt? Wenn ja, wie viel Erfahrung hatten Sie da schon mit der Outdoor-Malerei und wie lange haben Sie an einem Bild gemalt?

Santorin habe ich bereist und alle Bilder vor Ort gemalt. Ich liebe es im Freien zu malen, weil das Motiv größer als auf Fotos und die Lichtstimmung einfach schöner ist. Ein Foto kann diese Atmosphäre nicht widergeben. Wenn ich gefragt werde, wie lange ich an einem Bild gemalt habe, dann lautet die Antwort: "15 Jahre". Soviel Zeit, Erfahrung und Übung sind notwendig, um zu diesem Ergebnis zu gelangen, es ist wie mit vielen Dingen im Leben, einfach üben, üben, üben! Heute brauche ich für ein Aquarell inklusive Trockenpausen ungefähr 3-6 Stunden.

5) Viele Künstler schwärmen vom Malen in der Natur, aber wie schwer ist das Live-Malen wirklich? Haben Sie keine Schwierigkeiten das Gesehene auf Papier zu bringen? Wie entscheiden Sie, was wirklich wichtig ist?

Das Malen in der Natur ist für mich die schönste Beschäftigung die es gibt. Nach langer Betrachtung suche ich mir einen Blickpunkt aus, der anschließend ausgearbeitet wird. Das Motiv tritt in den Hintergrund, das Wesentliche muss mich fesseln, etwas Besonderes will ich zu Papier bringen. Entscheidend bei der Bildkomposition für mich ist auch ein starkes Spiel von Licht und Schatten.

6) Ein Blick auf Ihre Homepage zeigt mir, das Sie mittlerweile drei Aquarellbücher heraus gebracht haben. Wie sind Sie auf die Idee gekommen und was für Aquarellbücher fehlen Ihrer Meinung nach noch auf dem deutschsprachigen Markt?

Wie ich auf die Idee gekommen bin 3 Bücher zu verfassen? Meiner Meinung nach mangelt es an guten Aquarellbüchern. Die meisten Werke beinhalten zu wenige Bilder und viel zu viel Text. Ich dachte mir, dass Aquarellisten die Vielfalt der Bilder brauchen um sich Ideen zu holen. Es lag mir auch daran, möglichst viele unterschiedliche Motive in meinen Büchern zu präsentieren. Noch heuer werde ich zwei weitere Aquarellbücher zu den Themen "Stadt Wien" und "Venedig" herausbringen.

7) Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Aquarellkünstler aus Österreich kommen, ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Glänzt die Aquarellmalerei dort vielleicht mehr als in Deutschland? Ich bin auf Ihre Meinung gespannt.

Österreich ist eine Hochburg guter Aquarellisten und ebenso guter Lehrer. Die guten Maler hierzulande geben freimütig das Wissen, die Tricks und die richtige Technik an ihre Schüler weiter. Daran halte auch ich mich. Das ist das ganze Geheimnis.

8) Es gibt Fragen, die immer wieder gerne gestellt werden. Sie hören das sicher oft genug in Ihren Malkursen. Welche Fragen sind das, die das Aquarell betreffen und was versuchen Sie dann zu antworten?

Am häufigsten werde ich nach Farbmischungen gefragt. Danach kommen Fragen wie:
Welches Papier verwendest du?
Antwort: 100g Ingres, das ich auf ein Pappbrett aufleime. Das ermöglicht mir sehr nass zu malen ohne dass Pfützen entstehen.
Welche Pinsel verwendest du?
Antwort: Ich nehme nur Da Vinci Cosmotop Pinsel in Katzenzungenform mit dünner Spitze.
Immer wieder wird die Frage gestellt ob ich die weißen Stellen im Bild abgedeckt oder ausgespart habe.
Antwort: Sowohl als auch. Dies ist von Bild zu Bild verschieden.

9) Sie haben in der neuen Palette zum Thema Spiegelungen - Begegnung von Realität und spiegelnder Wahrnehmung berichtet. Würden Sie Ihre Tricks und Tipps zu einen anderen Thema in der Aquarellmalerei vielleicht auch mit uns teilen? Wir würden uns sehr freuen

Wie ich schon sagte, teile ich mein Wissen gerne mit anderen kunstinteressierten Menschen. So es meine Zeit erlaubt stehe ich den wissbegierigen Freunden der Malerei auch mit Rat und Tat zur Seite.

10) Der letzten Frage möchte ich Ihnen gerne freien Spielraum lassen. Gibt es etwas, was Sie uns über sich und Ihrer Kunst gerne erzählen möchten? Gerne auch Erlebnisse oder Erfahrungen aus Ihren Malreisen

Die Aquarellmalerei ist mein Leben. Mir liegt viel daran, meinen Bildern einen ausdrucksvollen Farbklang zu verleihen. Ich unterrichte sehr gerne und kann mich über jedes gelungene Bild eines Schülers freuen. Mein Bestreben in einem von mir geleiteten Kurs ist, dass jeder Schüler glücklich und erfolgreich nach Hause geht - auch wenn ich manchmal ein wenig nachgeholfen habe.











Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*

Semper Fi :-)

zuletzt bearbeitet 06.10.2011 20:03 | nach oben scrollen

RE: Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 10.08.2010 20:05
von JoachimL • ( Gast )

hallo Frau Leydolf,
ihr interview hat mir gut gefallen! auch von ihren aquarellen bin ich sehr angetan!
lg Joachim Lilie

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RE: Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 12.08.2010 14:00
von Athena | 3.375 Beiträge

Ich möchte mich auch noch mal ganz dolle für das Interview bedanken ;-)


Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*

Semper Fi :-)

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RE: Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 12.08.2010 16:25
von tulpe | 154 Beiträge

Vielen Dank für das Interview und das Anfügen der schönen Bilder.
Bin ein großer Fan Ihrer Malerei und von den Stilleben besonders begeistert.

Gruß tulpe

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RE: Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 23.08.2010 14:30
von niwi | 1.312 Beiträge

auch ich möchte mich ganz Herzlich für Ihr Interview bedanken.


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RE: Lydia Leydolf

in Interview mit einem... Künstler 25.09.2010 08:01
von balihyatt • ( Gast )
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wunderschoene Bilder

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