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Interview mit einem... Künstler
Heinz Schweizer
Kontakt: hschweizer@a1.net
Homepage: http://www.heinzschweizer.at
Geboren 1967 in St. Gilgen am Wolfgangsee.
1987 - 1989 Kolleg für Mode und Design.
Seit dieser Zeit ständige Beschäftigung mit dem Zeichnen.
Lebt seit 1993 in Villach.
Ab 1997 intensive Auseinandersetzung mit der Malerei.
Ausbildung:
klassische Malerei, Aquarell und Zeichnung bei Manfred Aichholzer, Pörtschach
Aquarell bei Bernhard Vogel, Salzburg
Aquarell bei Simon Fletcher, Südfrankreich
Studienreisen:
u. a. nach Rom, Venedig, Amsterdam, Prag, Istrien, Santorin,
Ligurien, in die Toskana und das Piemont
Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs.
Öffentliche und private Ankäufe.
Ausstellungen (Auszug):
1997 Kleine BV-Galerie, Klagenfurt
1998 “Heimat”-Galerie, Villach
1999 Sparkasse, Feldkirchen
P.S.K.-Bank, Villach
2000 “ASPECTA”, Villach
Amthof, Feldkirchen
“Ideenwerkstatt”, Friesach
“Lücke”, Villach
2001 “ASPECTA”, Wien
“Heimat”-Galerie, Villach
Bilderrahmen Oschounig, Villach
Familienmesse, Klagenfurt
2002 Kulturcafe “Miami”, Villach
SKWB Schoellerbank, Villach
Biblioteca Via Imbriani, Triest (I)
Parkhotel, Villach (Gruppenausstellung)
2003 Galerie im Stadtturm, Völkermarkt
Kulturcafe “Sever”, Klagenfurt
Auer von Welsbachmuseum, Althofen
Schoellerbank, Villach
Bildungshaus “Sodalitas”, Tainach
Dr. Walter Hafner, St. Gilgen
Stadthaus, Klagenfurt (Gruppenausstellung)
2004 Weinbar “Spinne”, Villach
Auer von Welsbachmuseum, Althofen
SPARDA Bank, Villach
Dr. Walter Hafner, St. Gilgen
2005 Schoellerbank, Villach
BV - Galerie, Klagenfurt
Bank Austria, Klagenfurt
Amthof, Feldkirchen
2006 Galerie Untergrub, Niederösterreich
Bildungshaus "Sodalitas", Tainach
VB - Galerie, Velden
2007 "KUNSTHAUSSUDHAUS", Villach
Galerie Untergrub, Niederösterreich
"atelierGalerie", Villach
2008 Gewölbegalerie, Klagenfurt
VB - Galerie, Velden
"atelierGalerie", Villach
2009 Galerie B. Messnarz, Villach
Galerie Untergrub, Niederösterreich
"atelierGalerie", Villach
Hallo Herr Schweizer, ich freue mich, dass Sie dieses Interview mit uns machen und möchte mich dafür gleich bedanken.
Ein Dank auch an Nina/Niwi, die dieses Interview in die Wege geleitet hat.
1) Sie haben ihre künstlerische Ausbildung bei Manfred Aichholzer, Bernhard Vogel und Simon Fletcher gemacht.
Von wem haben Sie ihrer Meinung nach am meisten lernen können und warum?.
Ich denke, daß ich von jedem auf die eine oder andere Weise sehr viel gelernt habe.
Manfred Aichholzer, bei dem ich angefangen habe, hat mir sehr viel Freiheit bei der Wahl der Motive und des Mediums gelassen.
Obwohl er selbst fast ausschließlich in altmeisterlicher Öllasurtechnik arbeitet, konnte ich bei ihm alle Malmedien ausprobieren,
sehr viel experimentieren und im Bezug auf technische Grundlagen eine Menge lernen.
Besonders profitiert habe ich auch von Bernhard Vogel, da ich mich mit seiner Herangehensweise und Einstellung zur Malerei
am meisten identifizieren konnte. Er hat mich bestärkt, konsequent an meinem Weg zu arbeiten und zu akzeptieren, daß die eigene künstlerische Entwicklung viel Zeit und Geduld bedarf.
Simon Fletcher schließlich, dessen Arbeitsrhythmus und Malweise völlig konträr sind, hat mich mit seiner besonderen Liebe zum Detail und seinen Ansichten darüber, was es bedeutet Künstler zu sein, sehr beeindruckt und mich vor allem gelehrt, meinen eigenen Rhythmus beim Malen zu finden.
2) Auf ihrer Homepage bieten Sie auch Malkurse an. Wie laufen diese ab und was möchten Sie ihren Teilnehmern beibringen?
Sowohl bei den Atelierkursen, als auch bei den Kursen im Freien nehmen wir uns jeden Tag zwei Motive vor.
Diese werden vor Malbeginn ausgiebig besprochen und ich gebe Hinweise dazu, warum mir das Motiv gefällt,
was ich dabei als wichtig erachte und worauf man sich konzentrieren sollte. Danach beginne ich zu Malen und versuche,
das Thema auf meine Art umzusetzen, um Anregungen und Einblicke in meine Arbeitsweise zu geben.
In regelmäßigen Abständen begutachte ich die Ergebnisse der TeilnehmerInnen und versuche mit
Ratschlägen und Kritik individuelle Bildlösungen zu fördern, den Blick zu schärfen und zu
mehr Freiheit beim Aquarellieren zu führen; dabei nehme ich Rücksicht auf den jeweiligen Entwicklungsstand.
Natürlich gibt es auch umfangreiche Material- und Bildbesprechungen.
3) Ihr Malstil ist wirklich klasse, wie lange sitzen Sie an einen Bild? Nehmen wir mal die Winterbilder als Beispiel.
Dies ist natürlich von mehreren Faktoren abhängig: vom Bildformat, wie komplex ist das Motiv, arbeite ich im Freien oder im Atelier...
Unterwegs zum Beispiel verwende ich einen halben Tag für ein Motiv (ca. 3 - 4 Stunden) und dann im Atelier nochmal ca. 1 - 3 Stunden
für die Weiter- bzw. Abschlußarbeiten. Manchmal kommt es natürlich auch vor, daß ein Bild schon vor Ort fertig ist und bei anderen wiederum muß man wesentlich länger im Atelier nacharbeiten.
Bei Winterbildern ist es schwierig zu sagen, da man hier oft schon sehr bald die Arbeit im Freien einstellen muß.
4) Wir sind neugierig! Würden Sie uns ein oder zwei Tricks verraten, die Sie oft bei ihren Bildern anwenden?
Wenn man unter "Tricks" zum Beispiel das Streuen von Salz oder das Verwenden irgendwelcher Zusatzstoffe versteht,
kann ich nichts verraten, da ich diese Dinge nicht verwende.
Stattdessen kann ich aber einige Beispiele für meine Herangehensweise nennen:
- ich versuche vor allem am Beginn möglichst locker loszulegen
- ich gestalte mit graphischen Linien in Flächen (siehe auch Punkt 7)
- ich bringe relativ bald dunkle Töne in das Bild
- früher habe ich natürlich sehr viel ausprobiert, aber in den letzten Jahren ist es mir immer wichtiger geworden,
daß meine Bilder ausschließlich mit Aquarellfarben entstehen (also keine Stifte, Tusche oder Sonstiges)
- ich arbeite nicht nach einem Schema
- ich male intuitiv und mache vieles nach Gefühl
Dies gilt für alle Themen, ob Landschaft, Stadtansicht oder Blumenbild.
5) Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Aquarell aus?
Wenn es mich berührt, wenn aufgelöste und detailierte Bildteile sich ergänzen und verbinden,
wenn es Spielraum läßt für Interpretation und Phantasie, wenn es einen Hauch von Einzigartigkeit besitzt.
6) Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für ihre tollen Steps bedanken.
Sie scheinen nicht vorzuzeichnen und spontan ans Werk zu gehen? Auch farblich malen Sie gleich kräftig drauf los?
Ganz genau, ich zeichne nicht vor und versuche vor allem zu Beginn eines Bildes möglichst frei und spontan zu malen,
da es hier am ehesten möglich ist, denn je fortgeschrittener der Bildentstehungsprozeß ist, umso mehr muß man sich zurücknehmen
und eher konzentriert ausarbeiten. Dieses spannende und aufregende Abenteuer, wenn sich zu Beginn die Farben mit viel Wasser verbinden
und eigene Welten zaubern, ist ein Erlebnis und die Basis dafür, daß man sich die Begeisterung für die Malerei ein Leben lang erhält.
Danke für das Lob für die "Steps", diese resultierten aus der Überlegung, wie ich zusätzliche Informationen auf meiner
Internet - Seite installieren könnte.
7) Bei einigen ihrer Motive sehe ich weiße Striche, die schöne Effekte zaubern und dem Bild das gewisse Etwas geben.
Mit was arbeiten Sie da und wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Die Idee entstand aus dem Gedanken, wie ich Flächen neben der farblichen Gestaltung weiter beleben könnte,
und so begann ich teilweise Linien darüber zu ziehen, dies geschieht entweder rein intuitiv oder um eine Bewegung
im Bild zu verstärken. Auch hier arbeite ich ausnahmslos mit Aquarellfarbe, und zwar vorwiegend mit Titanweiß, teilweise auch
mit Neapelgelb.
8) Gibt es für Sie noch Motive, die Ihnen zu schwer vorkommen und um die Sie am liebsten einen hohen Bogen machen?
Nun, ich denke, daß es ein "einfaches" Motiv eigentlich nicht gibt. Eine Wiese mit einem Baum kann genauso schwierig sein
wie eine kompliziert anmutende Stadtansicht, wenn man es spannend und interessant umsetzen möchte.
Wenn ich ein Motiv entdecke, das mir gefällt und das ich Malen möchte, frage ich mich nicht, ob es einfach oder schwer ist,
sondern wie ich es auf meine Art bewältigen und interpretieren kann.
9) Die Aquarellmalerei könnte ruhig populärer sein! Stimmen Sie mir zu oder haben Sie eine andere Sichtweise?
Ich meine, daß die Aquarellmalerei schon sehr populär ist, schließlich malen sehr viele Menschen (auch) mit Aquarellfarben und
viele Leute kaufen und umgeben sich mit Aquarellen; das Problem ist eher, daß in unseren Breiten
das Aquarell im zeitgenössischen Kunstgeschehen eine etwas untergeordnete Rolle spielt, als "traditionell" und nicht modern gilt
und daher wenig Beachtung in Galerien und anderen Ausstellungsorten findet, aus Angst nicht zeitgemäß zu sein.
Seltsamerweise scheint es so, daß die Aquarellisten ständig ihr Medium verteidigen müssten, bei keiner anderen
Technik wäre das denkbar.
Letztendlich ist das aber alles egal, denn in erster Linie soll man machen, was man machen möchte
und wenn man die Aquarellmalerei liebt, wird man sich auch nicht davon abbringen lassen, in dieser wunderbaren Technik zu arbeiten,
ob es nun populär ist oder nicht.
10) In Ihrer Biographie habe ich gelesen dass Sie am Kolleg für Mode und Design waren,
wie sind Sie von diesem Studium zur Malerei gekommen ?
Für den Besuch des Kollegs habe ich mich nach der Matura (Abitur) entschieden, weil ich meine Kreativität ausleben wollte.
Ich machte nach Abschluß der Ausbildung in dieser Richtung aber nichts weiter,
dennoch war es Fügung, da ich dort meine Frau kennengelernt habe.
Nach diversen Jobs, von denen ich keinen gerne gemacht habe, fragte ich mich, was ich
eigentlich will und was ich vom Leben erwarte. So fing ich wieder an zu zeichnen und in der Folge
mit der Malerei und das war wie eine Explosion. Ab diesem Zeitpunkt setzte ich alles daran, die Malerei
zu meinem Beruf zu machen, was mir auch gelungen ist.
Es war die wichtigste Entscheidung in meinem Leben, denn mehr als bei allem anderen fühle ich beim Malen, daß ich lebe.





Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Vielen Dank für das tolle Interview, interessant finde ich, das Sie keine besonderen Effekt benutzen (wie z.B. Salze oder so) Weil manche Bilder doch so wirken, als wären dort solche Tricks angewandt. Ich nehme an, das ist Jahre lange Übung!
Auch finde ich Ihren Werdegang sehr interessant und wo Sie schon alles Ausgestellt haben! ![]()
RE: Heinz Schweizer
in Interview mit einem... Künstler 29.04.2010 12:04von Athena •
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Zitat von Athena
7) Bei einigen ihrer Motive sehe ich weiße Striche, die schöne Effekte zaubern und dem Bild das gewisse Etwas geben.
Mit was arbeiten Sie da und wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Die Idee entstand aus dem Gedanken, wie ich Flächen neben der farblichen Gestaltung weiter beleben könnte,
und so begann ich teilweise Linien darüber zu ziehen, dies geschieht entweder rein intuitiv oder um eine Bewegung
im Bild zu verstärken. Auch hier arbeite ich ausnahmslos mit Aquarellfarbe, und zwar vorwiegend mit Titanweiß, teilweise auch
mit Neapelgelb.
Das habe ich auch schon mal gemacht, aber mit Deckweiß!
Ich hätte gedacht, das wäre Deckweiß im Bild, weil Titanweiß doch gar nicht so deckend wirkt oder?
Die weißen Striche liegen ja meistens auf einen dunklen Hintergrund, da ist das gar nicht so leicht, wenn das Mittel nicht deckt.
Salz nehme ich sehr gerne für Effekte *grins*
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
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