Interview mit einem... Künstler

Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 06.04.2010 12:25
von Athena | 3.375 Beiträge

Sabine Hilscher



Kontakt: Sabine-Hilscher@gmx.de
Homepage: http://www.sabine-hilscher.de

Vita
Sabine Hilscher, in Hagen-Hohenlimburg geboren, lebt und arbeitet seit1986 mit ihrer Familie in Windeck- Herchen.

Die gelernte Erzieherin und Künstlerin befasst sich seit 1994 intensiv mit der Aquarellmalerei. Locker, leicht und farbenfroh bringt sie ihre Werke zu Papier oder auf die Leinwand, zeigt immer wieder neue Stadtansichten, Reiseeindrücke und abstrahierte Landschaften, die den Betrachter zum Phantasieren anregen.
Die Künstlerin sagt von sich selbst:

„Kreativität ist schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens gewesen. Es ist für mich immer wieder ein großes Experiment, durch meine malerische Tätigkeit, das weiße Blatt Papier mit Leben zu erfüllen und so dem Papier eine Seele zu geben, zu füllen mit einem Teil meiner Lebensgefühle und meiner Lebensfreude.
Ich bin dankbar, mich auf diesem Weg ausdrücken zu können und auf diese spezielle Weise mit anderen Menschen in Kommunikation zu treten.“

Ihre Kenntnisse erweiterte sie immer wieder durch Malreisen und Seminare u. a. bei Bernhard Vogel, Heribert Mader, Gerhard Almbauer, Simon Fletcher, Martin Lutz und Adelheid Kilian.
Ihre Bilder waren schon bei zahlreichen Ausstellungen in der Region zu sehen.
Einzelausstellungen u. a. in der Galerie 7 in Eitorf und im Kunstraum Bonn, Windeck, Siegburg, Mainz und Hagen.

Seit Anfang 2003 gibt Sie Aquarellunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene an der VHS Rhein –Sieg in Windeck und leitet Workshops in Aquarell und Acrylmalerei für Erwachsene und Kinder.


Hallo Sabine,
dann wollen wir mal das Interview starten, vielen Dank für deine Zeit und Mühe.

(Dieses Interview hat Nina/Niwi für uns gemacht, ich bedanke mich auch herzlich bei ihr ;-))

1.) Wann hatten Sie sich zum ersten Mal beschlossen, ihr Hobby zum Beruf zu machen und wie kam es dazu?
Ich wurde 2003 von der Firma Gerstäcker in Eitorf (dem bekannten Versandhandel für Künstlerbedarf) gefragt, ob ich einen Workshop für Aquarellmalerei in ihrem neuen Laden anbieten könnte. Das habe ich gemacht und konnte die Leute fürs Aquarell begeistern. Es war ein gutes Gefühl Freude und Kreativität sich entwickeln zu sehen, es war wie eine an steckende Gesundheit, aber im positiven Sinne. Also habe ich beschlossen mehr daraus zu machen und mich bei der VHS in Siegburg zu bewerben.
Die suchten gerade einen neuen Kursleiter für die Außenbezirke und da kam ich genau richtig und startete meinen ersten Aquarellkurs in Windeck.

2.) Erinnern Sie sich noch an ihr erstes Aquarell? Inwiefern haben Sie sich weiter entwickelt und was tun Sie um weiter zu kommen?
Meine ersten Aquarelle waren für meine Kinder, um ihre Zimmer zu dekorieren. Als die Wände allmählich voll waren, versuchte ich es mit den ersten Blumenbildern und dann folgten schon bald Landschaft und Stadtansichten, die bis heute mein Lieblingsthema sind.
Um mich weiter zu entwickeln, stehe ich mit anderen Künstlern in ständigem Kontakt. Wir tauschen uns aus oder malen gemeinsam, besprechen die Bilder, das bringt immer wieder neue Erkenntnisse, die für mich ganz wichtig sind und auf die ich nicht verzichten möchte.

(Älteres Blumenbild mit Haus)


3.) Sie haben ja in der Vergangenheit sehr viele Weiterbildungen bei anderen Künstlern gemacht, wie sind sie dazu gekommen bzw. wie haben Sie für sich entschieden, welche Fortbildung wichtig ist?
In der Malerei darf man nicht nur im eigenen Saft schmoren, man muss den Kontakt zu anderen Malern suchen und vor allen Dingen sich erstmal das Handwerkszeug aneignen.
Ich habe selber als Teilnehmer bei der VHS angefangen, aber die Themen waren schnell abgearbeitet und neue Ideen mussten her.
Also sucht man sich andere Dozenten und Künstler , die zu dem eigenen Malstil passen und die einem neue Techniken und Ideen anbieten können, solche, die einen in der eigenen Entwicklung vorantreiben und das Spektrum erweitern.
Durch die Vielfalt an Eindrücken entwickelte ich im Laufe der Jahre meinen eigenen Stil, aber man sollte nicht aufhören, sich von anderen Anregungen zu holen und zu lernen.

4.) Welches war das entscheidende Ereignis, das Sie zur Malerei brachte?
Es gab nicht das entscheidende Ereignis, ich habe schon als Kind gerne und viel gemalt. Vorrangig war immer die Freude an der Malerei und der Drang seine Gefühle und Stimmungen in Bilder auszudrücken.
Malen hat für mich etwas Meditatives, mit mir und mit meinem Bild allein zu sein. Meine interessanten Bilder entstehen , wenn ich ganz loslassen kann und in eine Art Flow gerate. Leider ist einem dieses spezielle Erlebnis nicht immer gegönnt, oft genug ist man von den Alltäglichkeiten abgelenkt.
Das Malen, finde ich, kann regelmäßig süchtig machen.

5.) Auf was achten Sie, wenn Sie eine Vorlage umsetzen? Was ist Ihnen da wichtig und was nicht?
Wenn ich nach Vorlagen male, also ein Foto in ein Aquarell oder Acrylbild umsetze, ist zuerst die Stimmung des Bildes wichtig. Was sagt es mir? Was rührt mich an? Was ist wichtig? Häufig lege ich erst eine Skizze an, Licht und Schatten wird festgelegt, die Perspektive, Reduzierung auf das Wesentliche…. und dann erst entwickelt sich daraus ein Bild.

6.) Erinnern Sie sich noch an ihre komischsten Momente als Kursleiterin? Würden Sie für uns ihre lustigsten Situationen erzählen?
Es war bei einem Kurs im Freien: ein kleines Wasserschloss mit Burggraben, Brücke ringsherum Fachwerkhäuser. 8 Malerinnen und 1 Maler setzten das Motiv um. Ich predigte gerade wieder den Bildaufbau, Reduzierung aufs Wesentliche…… Alle erfassten die Stimmung, es entstanden interessante und gute Bilder. Als ich zu unserem einzigen Mitmaler kam, war er schon beim Finish und da thronte tatsächlich eine blaue detailgetreue Springbrunnenpumpe mitten in seinem Bild.
Ich wollte und konnte mein Entsetzen nicht ganz verbergen. Alle anderen bevorzugten die Seerosen, Schilf, die Spiegelung…aber der einzige Herr der Schöpfung hatte sich an diesem technischen Detail fest gebissen.

7.) Was wollen Sie als Aquarellkünstlerin gerne noch erreichen?
Viele Menschen für die Malerei begeistern. Freude am Malen wecken, denn es ist ein tolles Hobby. Natürlich will ich auch meine Kunst, meine Bilder den Menschen näher bringen.
Es ist für mich eine besondere Wertschätzung , wenn die Menschen meine Bilder kaufen und in ihre Wohnung hängen.

8.) Sie arbeiten ja mit Aquarell und Acryl! Gibt es ein Medium, das Sie bevorzugen oder setzen Sie die gezielt nach einem Motiv ein?
Ich bevorzuge eindeutig das Aquarell, weil es ein viel spontaneres und luftigeres Malen zulässt und man es überall zum Einsatz bringen kann.
Leinwand und Acryl hat auch seinen Reiz. Ich setze es immer wieder bewusst ein, um mit Farben und anderen Malmitteln zu experimentieren.
Aber die Herausforderung ist für mich immer wieder das Aquarell, da es keine Fehler verzeiht und das Fließen der Farben mich immer wieder fasziniert

9)Ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass Sie auch gemeinsam mit Schülern von Ihnen, Ausstellungen machen, in wie unterscheiden sich diese Bilder von Ihren eigenen?
Den Anfängerbildern sieht man natürlich an, dass eine gewisse Routine und Lockerheit fehlt, aber es entstehen dennoch oft sehr reizvolle Bilder.
Ein Teil meiner Malschüler malt schon sehr lange mit mir zusammen und da bleibt es nicht aus, dass eine gewisse Prägung stattfindet und sich Elemente meiner Malerei in ihren Bildern wieder findet. Aber das gehört dazu, wenn man als Malerin unterrichtet. Zu William Turners Zeiten war es sogar ein Kompliment und Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Lehrer oder dem Vorbild, wenn man einen kleinen Ausschnitt eines großen Malers ins eigene Bild kopierte.

10)Was bevorzugen Sie, Malen im Atelier oder in der Freien Natur? Und warum?
Wenn es das Wetter und das Motiv zulässt, eindeutig im Freien. Es ist immer eine Herausforderung und ein besonderes Erlebnis. In den Bildern spiegelt sich dann ein besonderes Licht und die momentane Stimmung wieder. Und man lernt schnell genau hin zu sehen, zu beobachten und schult den Blick fürs Wesentliche.
Diese Bilder werden meistens spannender als die im Atelier konstruierten Werke.


Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*

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RE: Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 06.04.2010 12:28
von Athena | 3.375 Beiträge

Bei der Nr.6 habe ich ja herzlich gelacht ;-))))
Das könnte wirklich typisch Mann sein *hihi*


Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*

zuletzt bearbeitet 06.04.2010 12:29 | nach oben scrollen

RE: Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 06.04.2010 15:08
von niwi | 1.312 Beiträge

Ja ich auch *gröhl


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RE: Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 07.04.2010 08:18
von FRank | 605 Beiträge

Ich finde solche Äußerungen männerfeindlich !!!

P.S. Für meine Frau ist dieses ein typisches Männermotiv. Ich weiß gar nicht warum ?


P.S.S. Ansonsten lese ich immer wieder mit großem Interesse die Interview, danke.
Beste Grüße - FRank


Beste Grüße - Frank
http://frankkoebsch.wordpress.com/

zuletzt bearbeitet 07.04.2010 08:20 | nach oben scrollen

RE: Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 07.04.2010 08:55
von Athena | 3.375 Beiträge

Zitat von FRank
Ich finde solche Äußerungen männerfeindlich !!!



Frank, ich habe nichts gesagt! *höhö*
Da sagte mal jemand, Frauen werden nie Männer verstehen und Männer nie Frauen- wieso leben wir dann zusammen? *hihi*

PS: Das Bild gefällt aber sogar mir als Frau!


Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*

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RE: Sabine Hilscher

in Interview mit einem... Künstler 12.04.2010 13:38
von smes | 736 Beiträge

Danke für die schönen Interviews.

GRuß
Saskia

P.S.So "männlich"finde ich dein Motiv gar nicht, Frank.

Angefügte Bilder:
HeinzOrthsDurchblickeA.jpg
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