Interview mit einem... Künstler

Rainer Eichelberg

in Interview mit einem... Künstler 23.01.2010 22:29
von Athena | 3.375 Beiträge

Rainer Eichelberg



Kontakt: art@rainer-eichelberg.de
Homepage: http://www.rainer-eichelberg.de

Jahrgang 1961,
Wohnort Berlin-Wilmersdorf,
verheiratet, 2 Kinder,
Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik,
zunächst Autodidakt, später Schüler von Claudia Becker und Sanjay Sikder

Ausstellungen und Events?
2009 - 'Winter-Aquarelle' im Bistro des Paul-Gehrhardt-Stifts in Berlin-Wedding
2009 - Künstlermarkt im Botanischen Garten Berlin-Dahlem
2008 - 'Ansichten & Aussichten’ in der Deutschen Bank am Kurfürstendamm
2007 - 'Stadtaquarelle und mehr’ im Bistro des Paul-Gehrhardt-Stifts in Berlin-Wedding
2007 - 'Ebbe und Flut’ im St. Marienkrankenhaus in Berlin-Lankwitz
2007 - 'Stadtlandschaften und Meer’ in der "Galerie im Hausflur" der WBG-Marzahn
2006 - 'BlumenMeer’ im Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee
2006 - Benefiz zugunsten der ‚Karlheinz-Böhm-Stiftung' im Rathaus Schöneberg
2006 - 'Berlin-Nordsee-Schottland’ im DRK-Krankenhaus in Berlin-Mitte
2005 – 'Aquarelle, Ölbilder und Steinskulpturen’, Doppelausstellung im
Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin-Steglitz
2005 - 'From Coast to Coast’ im Martin-Luther-Krankenhaus in Berlin-Grunewald


Hallo Rainer, wir kennen uns nun schon so lange, klar, das Du da unser nächster Interviewkandidat bist. Viel Spaß!

1) Wie hat sich dein Stil im Laufe der Jahre entwickelt? Wie ist da dein persönliches Empfinden?

Die Entwicklung des eigenen Stils bekommt man selbst nur sehr schwer mit.
Deshalb möchte ich hier ein wenig zur Geschichte meiner Malerei eingehen – sozusagen mit Vita :) .
Genaugenommen male ich – mit mehr oder weniger großen Pausen – seit meiner Kindheit.
Meine ersten „Versuche“ mit Ölfarben hatte ich schon mit 5 Jahren, weil sich mein Vater einen Malkasten zugelegt hatte und er selbst nur einen einzigen Malversuch unternommen hatte.
Es scheint in meiner Familie zu liegen, dass (fast) alles zumindest einmal ausprobiert werden muss.
Meine ersten Aquarellminiaturen (ca. 10x10 cm) entstanden Anfang der 80er als meine Frau (damals noch meine Freundin) für ihre Ausbildung zur Goldschmiedin mit Aquarellfarben gezeichnete Edelsteine kolorieren musste.

Kurz vor der Jahrtausendwende hatte ich dann im Urlaub einen Hobbymaler kennengelernt, der Aquarelle malte.
Durch dieses Erlebnis konnte ich mich wieder neu für die Aquarellmalerei begeistern, wenngleich meine Maltätigkeit nur als „sporadisch“ zu bezeichnen war.

Das änderte sich, als ich 2003 aufgrund einer schweren (zum Glück temporären) rheumatischen Erkrankung ins Krankenhaus kam.
Bis zu diesem Zeitpunkt kann man eigentlich nicht von einer künstlerischen Entwicklung sprechen, da man sich nur entwickeln kann, wenn man malt, malt und wieder malt.
Und das kam halt viel zu selten vor.
Dort begann sozusagen meine „Künstlerkarriere“, als mir meine Frau eine Rose ans Krankenbett brachte und ich bemerkte, dass man sie eigentlich einmal malen müsste – am nächsten Tag hatte ich mein Malzeug im Zimmer und ich malte, wann immer ich mich einigermaßen fühlte - innerhalb weniger Wochen fast 40 Aquarelle.
Durch die kontinuierliche Arbeit konnte ich bald erste Fortschritte in meiner Maltechnik feststellen.
Erstmalig sahen auch viele Fremde meine Bilder und ich muss gestehen, dass mich deren Lob – aber auch deren Kritik – außerordentlich anspornte.
Dort hatte ich ausschließlich nach Fotos und Postkarten gemalt, bzw. nach Beispielen in Lehrbüchern.
Nach den Anleitungen dieser Bücher habe ich versucht, die Techniken der Autoren anzuwenden, was oft einfach beschrieben ist, aber oft schwer umsetzbar ist.
Ich malte alles genauso, wie es auf den Vorlagen dargestellt war – fast fotorealistisch in akribischer Detailarbeit.
So richtig als Malstil möchte ich das allerdings auch noch nicht bezeichnen.
Nachdem ich wieder fit war – das Krankenhaus hatte mir am letzten Tag meinen ersten Termin für eine Ausstellung genannt - wollte ich mich nicht (nur) mehr autodidaktisch verbessern, sondern wollte die mir fehlenden Techniken „live“ erlernen.
Deshalb hatte ich mich in Berlin (Mundpropaganda sei Dank) bei der Malschule „Galerie Remise“ zum Malunterricht bei einer dort lehrenden Dozentin angemeldet.

Dort konnte ich endlich mir unbekannte bzw. unverstandene Techniken aneignen. Hierbei war mir besonders wichtig, dass – neben der Theorie - alles praktisch gezeigt wurde.
Obwohl ich langsam begann, mich etwas von der Malvorlage zu lösen, hatte ich trotzdem immer noch das Gefühl, viel zu verkrampft zu malen.
Da hilft nicht unbedingt die verbesserte Technik, sondern das ist auch eine Sache vom Kopf.
Über das Internet hatte ich einige Profi-Künstler kennen gelernt (z.B. Bernhard Vogel und Arnold Lowrey), deren Bilder (größtenteils) auf mich so locker und überzeugend gewirkt haben, dass ich meinen Stil unbedingt in deren Richtung weiterentwickeln wollte.

Durch Zufall hatte ich dann ein paar Aquarelle von Sanjay Sikder in einer Ausstellung gesehen und war total begeistert.
Das war genau die Mischung von Lockerheit und Technik, die ich mir immer vorgestellt hatte und da sich Sanjay gerade als Mallehrer selbständig gemacht hatte, wurde ich sogleich sein Schüler.
Ich denke, dass Sanjay meinen Malstil am meisten geprägt hat (siehe auch Frage 6).
Wenn ich meinen (aktuellen) Stil hier grob zusammenfassen soll, würde ich sagen:
Realistische (gegenständliche) Aquarellmalerei mit Tendenz zur partiellen Abstraktion unter kompositorischen Aspekten in Form- und Farbgebung (Oh Mann, habe ich das etwa so geschrieben? :))

Auch wenn viele sagen, dass ich schon einen Stil mit Wiedererkennungswert habe, bin ich trotzdem der Meinung, dass alles noch in der Entwicklung ist.
Neben dem „Bewährten“ (= Stil ???) probiere ich auch einfach noch viele Dinge aus, um zu lernen.

2) Du bist oft auf Ausstellungen vertreten. Was hast Du mit Verkäufern für Erfahrungen gemacht? Kannst Du sagen, dass sich der Aufwand lohnt?

Ursprünglich hatte ich nur für mich selbst gemalt (Urlaubserinnerungen, etc.) und hatte überhaupt nicht daran gedacht, meine Bilder öffentlich auszustellen oder sie gar zu verkaufen.
Wer nun denkt, dass man mal schnell eine Ausstellung macht und dann dabei möglichst viele Bilder verkauft, der sollte die Finger davon lassen.
Ich hatte bei meiner ersten Ausstellung vielmehr folgende Gedanken:
- Kommt denn überhaupt jemand, um MEINE Bilder zu sehen?
- Bin ich wirklich schon so „gut“, dass ich mich nicht blamiere?
- Soll ich wirklich ein Bild verkaufen, falls es jemand haben will? Wie verhalte ich mich dann?

Da die erste Ausstellung in einem Krankenhaus war, und es eine rege Laufkundschaft gab, stellte sich meine erste Befürchtung zum Glück als nichtig heraus – und die Bilder gefielen!
Wenn gleich damals noch kein Bild gekauft wurde, war ich mit dem Erfolg der Ausstellung sehr glücklich.
Es macht einfach (so wie das Malen mit Publikum) sehr viel Spaß mit den Besuchen zu reden und zu fachsimpeln (ca. 30% des Publikums sind oftmals selbst Künstler).
Natürlich macht eine gelungene Ausstellung – die Vernissage ist immer ein sehr festliches Ereignis – mich auch etwas stolz auf das gerade Erreichte. Das möchte ich hier gar nicht verheimlichen.
Es ist – neben der Präsentation im Internet – immer noch der beste Weg, sich zu präsentieren und es gibt inzwischen schon eine recht große „Fan-Gemeinschaft“, die mehr oder weniger regelmäßig zu meinen Ausstellungen kommt.

Zum Anderen erfordert eine Ausstellung wirklich sehr viel Arbeit und verursacht oftmals deutlich mehr Kosten (glücklicherweise z.T. gesponsert vom Veranstalter), als ein Verkauf von Bildern einbringt.
Da ich aber kein Profi bin, leiste ich mir meine Ausstellungen aus reinem Idealismus – um Spaß zu haben und die Weise meines Tuns bestätigt zu bekommen (oder auch nicht).

Was Kauf, bzw. Verkauf von Bildern angeht:
Die meisten Menschen haben heutzutage andere Prioritäten, ihr Geld auszugeben, als gerade für Kunst.
D.h. es gibt wenige Spontankäufe bei Vernissagen und die, die trotzdem gleich zugreifen, sind dann oftmals so begeistert, dass man sich fast (aber auch nur fast!) schon dafür schämt, Geld zu nehmen.
Einige sagen zwar, dass sie ein bestimmtes Bild kaufen möchten und ich klebe einen roten Punkt, aber nur die Wenigsten melden sich dann wirklich nach der Ausstellung bei mir.
Andere fallen bei der Ausstellung überhaupt nicht auf und schreiben mich dann später an.

Wenn ich bei meinen Ausstellungen anwesend bin, spreche ich die Besucher in der Regel selbst niemals an, es sei denn, ich bekomme mit, dass sich jemand – in welcher Weise auch immer – für ein Bild interessiert.
Oftmals sprechen mich Besucher zu allen möglichen Themen direkt an und es entwickeln sich längere Unterhaltungen (=Spaßfaktor).

Inzwischen habe ich allerdings auch schon eine negative Erfahrung sammeln müssen, da mir in einer Krankenhausausstellung über Nacht ein Bild gestohlen wurde.
Leider bieten viele Veranstalter aufgrund der hohen Kosten keine Versicherung der Kunstwerke mehr an, womit der ausstellende Künstler allein das Risiko trägt.
Aus diesem Grund habe ich Ausstellungen in öffentlichen Gebäuden (mit unbeobachteten Räumen und Gängen) mit freiem Publikumsverkehr stark eingeschränkt und bevorzuge nur noch Lokalitäten die bewacht oder leicht zu überschauen sind.

3) Auf was achtest Du, wenn Du eine Vorlage umsetzt? Was ist Dir da wichtig und was nicht?

Es ist mir schon wichtig, dass das Aquarell das für mich persönlich ansprechendste Element der jeweiligen Vorlage widergibt. Eine rein abstrakte Umsetzung käme für mich (noch?) nicht in Frage.
Dagegen ist es für mich nicht wichtig, alle Details des Motivs so widerzugeben, wie im Original.
Das kann zum Einen sich darin auswirken, dass ich bestimmte Details einfach weglasse oder vereinfache oder auch andere Details aus anderen Motiven dazu füge.
Auch werde ich die Lage der Objekte, die Farbgebung und die Perspektive individuell nach kompositorischem Kalkül bestimmen.
Das ist oftmals auch der Grund, weshalb ich meine Bilder nicht gerne auf eine Übereinstimmung mit dem Original hin bewertet werden sehen möchte.

Ich habe inzwischen gelernt, dass künstlerisch gesehen weniger oft mehr ist.
Ein Aquarell muss locker „herüberkommen“ und sollte einen weiteren Spielraum für die Fantasie des Betrachters bieten.
Vor dem Malen überlege ich mir genau, welches die Fokuspunkte im Bild sein sollen und markiere sie grob auf dem Papier.
Bis auf Architektur skizziere ich nur sehr spärlich.
Trotzdem „weiß“ ich vorab recht genau, wie das Bild dann später aussehen wird.
Die Vorbereitung dauert dann meist länger als das eigentliche Malen.

Die Malzeit ist für mich oft ein Maß dafür, ob ich locker genug male. Ich merke es noch so manches Mal, wenn ich mich an einem Bild(-teil) zu lange „festbeiße“ und versuche dann zu beschleunigen.

4) Wo wir schon bei den Motiven sind. Erscheint Dir heute noch etwas als zu schwer zum Malen?

Zu schwer? – Nein!
Schwer? – Einiges!
Natürlich gibt es einige Motive, die schwer zu malen sind, z.B. Portraits von einem bekannten Personen, da hier jedes (ungewollte) Abweichen vom Original den Charakter der Person verändern würde.

Rein technisch gesehen, ist für mich „schwer zu malen“ nicht so ein großes Thema. Es finden sich oftmals Lösungen für ein Problem. „Schwer“ sind vielmehr die Wahl des Motivs und die richtige Komposition des Bildes.
Die relativ einfach zu malenden Motive sind solche, die schon in der Realität eine große Ausstrahlungskraft haben, bzw. auch auf Fotos „gut“ aussehen.
Schwieriger ist es aus (teilweise) trivialen Motiven ein ansprechendes Aquarell zu gestalten.

5) Gibt es für Dich ein typisches Aquarell?

Das typische Aquarell, so wie es in der Literatur oft dargestellt wird, ist das locker nass-in-nass gemalte in dezenten Pastelltönen gehaltene Landschaftsbild.
Glücklicherweise (rein subjektiv) hat sich dies im Laufe der Zeit stark verändert, weshalb es „Das typische Aquarell“ heute eigentlich nicht mehr gibt.
Inzwischen ist erlaubt was gefällt und ich selbst bin nun ein Liebhaber von leuchtenden, intensiven Farben.
Allerdings sehe auch ich einen Schwerpunkt meiner Arbeiten in der Landschaftsmalerei.

Ein wenig traditionell bin ich, wenn es um den Farbauftrag geht.
Hier bevorzuge ich – ganz traditionell – den lasierenden Auftrag.
Weiße Partien bleiben weiß – manchmal (eher selten) mit dem Einsatz von Maskiermitteln. Deckfarben (z.B. Gouache Weiß) setzte ich nur sehr selten ein – nur wenn sich ein Effekt nicht anders ermöglichen lässt (z.B. bei feiner Gischt in der Brandung). Das ist für mich dann aber kein „reines“ Aquarell mehr (eher Mixed Media).

6) Du malst relativ oft bei deinen Lehrer Sanjay Sikder. Was hast Du dort bisher lernen können?

Natürlich lernt man viele Techniken, die einfach das Grundgerüst für die Malerei sind.
Besonders die Negativ- und die Lasurtechnik sind bei ihm sehr beliebte Themen, welche ich immer wieder gerne in mich „aufsauge“.
Da Sanjay sich viele Jahre mit dem Malen von Menschen befasst hat, und dies wirklich perfekt beherrscht bin ich jedes Mal fasziniert, wenn wir Menschen malen und er uns die entsprechenden Techniken dazu zeigt.
Ich freue mich dann jedes Mal, mich darin versuchen zu dürfen und entsprechende Tipps des Meisters zu erhalten.
Leider gibt es bisher nur in wenigen Landschaftsbildern von mir eine Darstellung von Personen, obwohl dies ein Bild wunderbar beleben kann.
Das, was mich aber an der Malerei von Sanjay am meisten fasziniert, ist die Leichtigkeit, mit der seine Aquarelle entstehen.
Erst wenn man seine Malbeispiele verfolgt, lernt man, wie man sich von der Vorlage „lösen“ kann und mit wenigen, gezielt eingesetzten Pinselstrichen ein Aquarell entsteht, um die Ausdruckskraft des ursprünglichen Motivs zu übertreffen.
Neben der reinen Maltechnik sind die Komposition und die Auswahl der „wichtigen“ Bildelemente das A und O der Malerei.
Für mich ist es daher sehr wichtig, ihm wirklich „auf die Finger“ schauen zu dürfen.
Diese Fähigkeiten kann man einfach nicht aus Büchern lernen – man muss zuschauen und man muss das Erlernte dann auch sofort ausprobieren.

7) Kannst Du unter freien Himmel genauso gut malen, wie am Tisch? Was ist für Dich da anders?

Ich denke, man kann unter freiem Himmel genauso gut oder schlecht malen wie drinnen.
Es gibt für mich jedoch mehrere gravierende Unterschiede.
Zum einen macht es mir, draußen in der Natur zu malen, einfach mehr Spaß (natürlich nur, wenn es nicht regnet).
Das Motiv ist einem „näher“ und in der Komposition ist man viel freier, als wenn man drinnen nach einem (2D-)Foto malt.
Freier zu sein ist natürlich auch schwieriger – aber das macht für mich den Reiz aus.
Zum Anderen finde ich es auch sehr anregend, mit Publikum zu malen.

8) Hast Du eigentlich ein Malzimmer oder eine Ecke für Dich und Dein Material?

Naja, Malzimmer kann man den Ort, an dem ich male nicht gerade bezeichnen. Vielmehr verteilt sich mein künstlerischer Wirkungskreis auf die halbe Wohnung. Zum Malen benutze ich meist den Esstisch im Wohnzimmer.
Mein Material – und da kommt einiges zusammen – lagert – zusammen mit vielen anderen Hobbyutensilien - in einem kleinen Arbeitszimmer, das inzwischen aus allen Nähten quillt.
Das, was dort nicht hineinpasst, wie die vielen Rahmen für Ausstellungen usw., findet ihren Platz im Schlafzimmer.
Vor Kurzem ist nun mein Sohn Andreas ausgezogen und sein schönes, großes Zimmer ist freigeworden. Sobald er seine Sachen komplett abgeholt hat, werden wir (meine Frau und ich) das Zimmer ausschließlich für unsere Hobbies nutzen.

9) Du bist unter dem Künstlernamen EBG bekannt, was bedeutet diese Abkürzung?

Das ist schnell erklärt: „EBG“ ist einfach die Abkürzung meines Namens – EichelBerG.
Seit wann ich mich so nenne, weiß ich gar nicht mehr genau.
Der Beginn liegt weit zurück in meiner Kindheit.
Schon damals hatte ich meine Klassenarbeiten immer mit Ebg unterschrieben und auch heute nutze ich dieses Kürzel noch in meinem Job als Ingenieur und wann immer ich etwas zu unterzeichnen habe – sofern es keine amtliche Unterschrift sein muss.

10) Wenn Du eine Malreise buchen könntest, wohin ginge sie und was würdest Du dort malen?

Zunächst einmal sollte ich erklären, was ich unter einer Malreise verstehen will.
Da gibt es zum Einen die organisierten Malreisen, die von mehr oder weniger bekannten Profis angeboten werden. Der Leiter bzw. Dozent kennt dabei (höchstwahrscheinlich) die interessanten Motive und fällt dort mit einer (oft) großen Gruppe von Schülern ein. Oftmals reisen die Teilnehmer getrennt an und haben eine individuelle Unterkunft. Die Kontakte zwischen Lehrer und Schülern (auch untereinander) sind daher oft auf die Malzeiten begrenzt.
Solche Großveranstaltungen interessieren mich eigentlich recht wenig – auch weil der Lehrer dort sicherlich nicht genug auf jeden Einzelnen eingehen kann.
Anders sieht es aus, wenn man z.B. innerhalb einer Malgruppe eine Malreise organisiert. Dies hat dann mehr den Charakter eines Urlaubs mit dem Schwerpunkt Malen. Leider konnte ich bisher noch nicht an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, denn mein Urlaub ist begrenzt und dann möchte man ihn doch schon ganz gern mit der Familie verbringen. Meine Familie mitzuschleifen, wäre dabei eine sehr schlechte Entscheidung, denn wenn ich erst einmal male, dann sehr intensiv.
Die dritte Art von Malreisen – und das ist die aktuell von mir bevorzugte – ist die Individualreise. Seit 17 Jahren fahre ich um die Osterzeit herum mit meiner Familie und unserer Kirchengemeinde nach Sylt. Dort mache ich mich dann allein auf die Suche nach schönen Motiven, die scheinbar dort nie ausgehen. Meine Familie – und besonders meine Frau - genießt währenddessen das süße Nichtstun.
Natürlich ist das Malen vor Ort am schönsten (siehe Frage 7), aber oftmals reicht dazu die Zeit nicht oder das Wetter spielt nicht mit (oder die Familie ist doch mit dabei und drängelt).
Dann gehe ich auf Fotosafari, wobei ich ganz klar unterscheide, was als Foto taugt und was sich als Aquarellmotiv eignet. Mit der Zeit entwickelt man dafür ein recht gutes Gespür.
Manchmal mache ich auch ein paar Skizzen.
Gemalt wird dann später.
Die Frage, wohin ich gerne zu Malen fahren würde ist recht schwierig zu beantworten. Es gibt ja den Spruch: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah“.
Malmotive gibt es wirklich überall – eigentlich könnte ich hier in Berlin 100te von Aquarellen malen. Und doch habe ich bisher gerademal ein knappes Dutzend geschafft (obwohl ich mir es immer wieder vornehme).
Ich denke, es ist einfach das Urlaubsgefühl – wenn man verreist ist – das einem eine gehörige Portion Motivation zum Malen gibt. Deshalb entstehen halt viele meiner Bilder im Zusammenhang von Reisen oder Kurztrips.
Wer mich kennt weiß, dass ich sehr gerne maritime Motive male, wobei mich am meisten die raue Umgebung meiner Motive reizt.
Lieblings-Mal- und Urlaubsziele sind für mich daher Gegenden wie Nord- & Ostsee, schottische Highlands oder Skandinavien.
Ich verreise, um Schönes und Interessantes zu sehen und zu erleben. Was mir besonders gefällt, das male, bzw. fotografiere ich.





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