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Interview mit einem... Künstler
Ekkehardt Hofmann
(Das Porträt ist von Werner Beetz)
Kontakt: ekkehardt@ekkehardt-hofmann.de
Homepage: http://www.ekkehardt-hofmann.de
Ekkehardt Hofmann wurde 1942 in Weiden /Bayern geboren. Nach seiner Ausbildung als Lehrer am Staatsinstitut in München unterrichtete er bis 2002 an der Berufsschule Ansbach und als Dozent am Staatsinstitut in Ansbach.
Seit 1985 setzte er sich intensiv mit dem Aquarellmalen, dem Zeichnen und der Acrylmalerei auseinander, ist seit 2002 als freischaffender Künstler tätig und arbeitet in seinem privaten Atelier in Leutershausen.
Entscheidenden Einfluss auf seine Arbeiten hatten Oskar Koller, Nürnberg, Bernhard Vogel, Salzburg, Werner Maier, München. Er besuchte Seminare bei Prof. Markus Lüpertz und Herbert Brandl.
Hallo Herr Hofmann,
zuerst möchte ich mich bedanken, das Sie das Interview mit mir machen und wünsche Ihnen viel Spaß dabei.
1) Wann hatten Sie sich zum ersten Mal entschlossen ihr Hobby zum Beruf zu machen und wie kam es dazu?
Neben meiner beruflichen Tätigkeit an einer Schule und der Aquarellmalerei in der Freizeit habe ich seit 1990 Aquarellkurs an der VHS angeboten. Zu dieser Zeit gab es Materialerprobungsseminare von verschiedenen Herstellerfirmen. Nach der Teilnahme an einem dieser Kurse wurde ich gefragt, ob ich als Dozent mit einsteigen möchte. Das war für mich der Anfang, im überregionalen Bereich Seminare anzubieten. Der Zuspruch war sehr gut und der Umfang nahm immer mehr zu. Durch die Fertigstellung meines Atelierbaus 1999 standen mir größere Räumlichkeiten für Kurse und die eigene Malerei zur Verfügung, so dass ich mich 2001 vom Schuldienst beurlauben ließ und seitdem nur noch der Malerei lebe. Neben der Seminartätigkeit hat sich auch meine Malerei immer weiter entwickelt und die Bilder wurden in vielen Ausstellungen präsentiert.
2) Wie sind Sie bekannt/berühmt geworden? Was war Ihrer Meinung nach der Schlüsselmoment?
Lassen Sie mich hier eine Differenzierung zwischen bekannt und berühmt vornehmen. Sicherlich habe ich einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Unter berühmt stelle ich mir etwas anderes vor und möchte dieses Adjektiv nicht für mich in Anspruch nehmen.
Die Gründe für meine Bekanntheit haben mehrere Ursachen. An erster Stelle darf ich die Qualität meiner Bilder nennen, die wohl die Grundlage für meine Bekanntheit sind. Im Rahmen meiner Seminartätigkeit kam es mir zugute, das ich eine pädagogisch methodische Ausbildung genossen habe und die Seminarthemen so aufbereite, dass die Kursteilnehmer einen Erfolg erzielen können. Die Teilnehmer haben durch Mundpropaganda dazu beigetragen, dass immer mehr Seminarwünsche an mich herangetragen wurden. Die Erfahrungen aus der Seminartätigkeit mündete dann in der Gestaltung von Lehr- und Akademiebüchern im Englisch Verlag. Durch diese Bücher ist mein Bekanntheitsgrad nochmals größer geworden.
3) Malen Sie noch für sich selbst oder ist das kaum noch möglich?
Bei meiner Jahresplanung des Kursprogramms halte ich mir immer Zeiten frei, in denen ich mich meiner eigenen Malerei widmen kann. Ich arbeite hier mit meinem Malerfreund Werner Maier zusammen oder besuche Seminare bei anderen Dozenten wie Prof. Lüpertz, Herbert Brandl oder Prof. Jerry Zeniuk.
Diese persönliche Arbeitszeit ist für meine künstlerische Weiterentwicklung sehr wichtig. Neue Impulse und Sichtweisen werden erprobt und bildnerisch umgesetzt. Ohne diese Zeiten, in denen ich für mich arbeite, wäre eine Weiterentwicklung meiner Malerei nicht möglich.
4) Ihr Künstlerporträt erscheint im Januar 2010 in der Zeitschrift „Palette & Zeichenstift“. Dürfen Sie davon schon erzählen? Wenn ja, auf was können wir uns da freuen?
Im Rahmen des Künstlerportraits in dem Paletteheft 1/2010 schreibt die Journalistin Lara Hausleitner über mich und meine Bilder. Frau Hausleitner kennt mich seit langen Jahren und hat meine künstlerische Entwicklung journalistisch begleitet, so dass sie sehr treffend über mich und meine Arbeiten schreibt. Ich halte es für sehr wichtig, eine Rückkopplung von einer neutralen Person zu bekommen und daraus die eigenen Schlüsse für eine Weiterentwicklung abzuleiten.
5) Gibt es Momente für Sie, in denen Sie künstlerisch gerne noch mal von vorne anfangen möchten?
Die momentane künstlerische Ausdrucksform ist immer eine Zeitaufnahme. Dieser Zustand, den ich jetzt erreicht habe, beruht auf einer jahrelangen Übung und Auseinandersetzung mit der Malerei mit allen Irrwegen und Planungsphasen, die dazu gehören. Auf diese Erfahrungswerte könnte ich gar nicht verzichten.
6) Stehen Sie beruflich manchmal noch unter Zeit und Druck oder passiert Ihnen das nicht mehr?
Ich kann mir meinen Alltag mit der Malerei und der Seminartätigkeit nach meinem Gutdünken selbst einteilen. Die Seminare im Bereich der Erwachsenenbildung sind für mich sehr motivierend, und ich habe im Rahmen dieser Kurse viele interessante Menschen kennen und schätzen gelernt. Nachdem eine Ausstellungsplanung immer sehr langfristig vorgenommen werden muss, habe ich eigentlich jedes Mal eine entsprechend lange Vorbereitungszeit, um Bilder für diese Ausstellung zu schaffen. Meine künstlerische Arbeit sehe ich nicht als Druck sondern als Freude und Lebensbereicherung.
7) Sie bieten unter anderen auch Malreisen an. Wie gestaltet sich so eine Malreise mit Ihnen und wie war das Feedback?
Nachdem ich nach Herausgabe meines Programms für Seminare und Malreisen immer in kürzester Zeit für das darauf folgende Jahr ausgebucht bin, gehe ich davon aus, dass ich die Erwartungen der Interessenten treffe. Das Malen auf einer Reise bedeutet, in immer neuer Umgebung direkt vor dem Motiv Bilder zu gestalten. Dafür bietet das Aquarell die besten Voraussetzungen. Neben dem gemeinsamen Malen trifft man sich üblicherweise auch noch am Abend und der gesellschaftlich-soziale Aspekt erhöht die Gruppendynamik. Ich bereite mich sehr intensiv auf solche Malreisen vor, sodass ich die Malmotive im Voraus kenne und mit der Gruppe ganz zielgerichtet in den Malprozess einsteigen kann. Auch ist es mir ein Anliegen, immer wieder neue Länder für Malreisen zu erschließen. So habe ich mit Gruppen neben der Toskana, Quinque Terre, Mallorca, Lanzarote, Teneriffa oder Griechenland, auf dem Darß, auf Rügen und Hiddensee gemalt. Weitere und ganz besondere Malziele waren New York, Venedig, die Kurische Nehrung oder letztes Jahr Brasilien.
8) Entscheidenden Einfluss auf Ihre Werke hatten Oskar Koller, Bernhard Vogel und Werner Maier.
Haben Sie sich da trotzdem Ihren eigenen Stil bewahren können?
Oskar Koller war eine Institution auf dem Gebiet der Aquarellmalerei. Nachdem ich in der regionalen Nähe von ihm wohnte, hat sich 1989 ein Kontakt ergeben und anschließend konnte ich bis zu seinem Tode an einer Malgruppe unter seiner Regie teilnehmen. Malseminare bei Bernhard Vogel besuchte ich erstmalig 1993. Ich habe beide Maler als Könner und Lehrer sehr schätzen gelernt und sehr wissbegierig ihre Arbeitsweise, die ja eigentlich sehr gegensätzlich ist, und ihre Erklärungen aufgesogen. Es war mir ein Anliegen, dieses Wissen in meinen Malstil zu integrieren und entsprechend meinen Intensionen zu verarbeiten. Meine Wege mit Werner Maier kreuzten sich im Jahr 2001. Aus dieser Begegnung entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch.
Diesen drei Malern, die mich in meiner Malerei unterstützt haben und dazu beigetragen haben, meinen eigenen Stil zu finden, möchte ich danken.
9) Was macht Ihnen als Künstler am meisten Spaß?
Malen, malen, malen
10) Was wünschen Sie sich für die Zukunft, gibt es noch Ziele?
Die Auseinandersetzung mit der Malerei, ihren Inhalten und Intensionen ist eine endlose Geschichte. Ständige Weiterentwicklungen sind gefragt, und ich werde diese Herausforderung immer mit einer positiven Grundeinstellung angehen.
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