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Interview mit einem... Künstler
Andreas Mattern
Selbstporträt:
Kontakt: kontakt@andreasmattern.com
Homepage: http://www.andreasmattern.com
1963 geboren in Schwerin: lebt und arbeitet in Berlin
1984-1986 Grafikschule Schwerin
1992 Sommerakademie in Italien
2001 Studienreisen u.a. in die Türkei, nach Schweden und Italien. Leitung von Aquarellkursen, Workshops und Malreisen
2003 Mitbegründer der Druckwerkstatt K-02
2004 Mitglied Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Berlin
Mitglied im Netzwerk Druckgrafik e.V.
05-10 Dozent Akademie Bildende Kunst Vulkaneifel, Sommerakademie Hohenaschau,
Bad Reichenhall, Akademie Staatliche Museen zu Berlin
AUSZEICHNUNG
2005 Preisträger 13. Internationale Kunstausstellung Glinde FormArt (catalogue)
2006 Finalist Welde Kunstpreis 2006
2008 Förderpreis ZEIGDEINEKUNST, ein Projekt der Galerie Richter & Masset, München
PUBLIKATIONEN
• Buch „Der Flaneur der Städte“ Aquarelle/Radierungen – ISBN 3-833-40769-7
• Katalog „Andreas Mattern Aquarelle/Radierungen“
• Monatsblatt im Original-Lithografie Jahreskalender 2006, Tabor-Presse, Berlin
• Katalog begleitend zur Ausstellung in New York 21.-10.03.06
• Katalogbuch „Andreas Mattern – Malerei“
• „Aquarellmalerei Stadt-Impressionen“, Christophorus-Verlag – ISBN 9-783419-533895
• DVD „Die Poesie Venedigs“, 30 Minuten, Juni 2008
•„Die Poesie Venedigs“, Shaker Verlag – ISBN 978-3-86858-045-7
AUSSTELLUNGEN
E.ON – Lüneburg (solo) „Lebendig ist wichtiger als richtig“ 05.03.09 – 05.06.2009, GSW Kunstsalon (solo) „Cities“ Dez 08/ Jan 09/. Art & Champagne ( group ), Berlin Juli August 08, Schleswig-Holstein-Haus, Schwerin (solo) Mai 08, Museum Tempelhof, Berlin (solo) April 08, Galerie Petra Lange, Berlin (group) Aug.08, Galerie Elbchaussee acht, Hamburg 07, (group), Museum Syke (solo), Juli 07, Stadtmuseum Weiden (group) Juni 07, German House Gallery, New York (group), Feb 06, Galerie Kulturring, Berlin (solo), Juni 06, Friedrich-Naumann-Stiftung, Potsdam (group), Juli 06, Galerie Storchenturm, Berlin (group) März 05, Galerie Noir, Lich (solo) 05, Gutshaus Steglitz Berlin (solo) 05, Galerie Severina, Bad Doberan (solo) 05, Galerie Zeitlos, Bergkamen (solo) 05, Galerie Kulturhaus Spandau, Berlin (solo) 04, Galerie Taube, Berlin (group) 04, Galerie eins!, Bad Münstereifel (solo) 04, Daimler-Chrysler-Services, Berlin (solo) 04, Galerie Arcus, Berlin (solo) 03, Schloss Augustusburg, Brühl (group) 03, Galerie B, Frankfurt Oder (group) 02, Werk4 Neustadt (solo) 01, Galerie Profil, Cham (group) 99
Hallo Herr Mattern, ich freue mich, das Sie dieses Interview mit mir machen und möchte mich dafür gleich bedanken.
Haben Sie viel Spaß beim antworten und schmunzeln
1) Auf Ihrer Homepage konnte ich feststellen, das Sie sehr gerne Mützen oder Hüte tragen, gehört das zu ihren Markenzeichen beim Malen?
Nein, ich fühle mich mit Mütze einfach wohl und manchmal gibt sie mir die Möglichkeit mich zu verstecken oder unterschätzt zu werden. Sie ist wohl ein Markenzeichen geworden aber es ist von mir nicht so gewollt.
2) Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Aquarell? Inwiefern haben Sie sich weiterentwickelt und was tun Sie, um weiter zu kommen?
Ja, der Schloßpark in Schwerin. Ich denke schon, dass ich mich weiter entwickelt habe. Es ist eine Grundbedingung sich ständig weiter zu entwickeln. Es ist wichtig, täglich zu malen und das größt mögliche Risiko zu suchen und sich nicht auf sein Können auszuruhen.
3) Ich konnte gerade Ihre zahlreichen Ausstellungen auf Ihrer Homepage bewundern, mein Kompliment.
Fliegen Ihnen die mittlerweile zu oder ist das gar nicht so einfach, wie man denkt?
Es ist nicht so einfach wie man denkt. Ich suche immer wieder neuen Kontakt zu Galerien und Ausstellungsorten, weil trotz einiger guter Aquarellisten (insbesonders aus Österreich und Deutschland) hat es das Aquarell dennoch sehr schwer.
4) Ihre Malreisen haben mich sehr begeistert, Toskana, Türkei, Prag, sogar NewYork, Sie scheinen viel auf Achse zu sein. Ist das nicht anstrengend, soviel unterwegs zu sein und dann auch noch beim Malen zu vermitteln?
Ja natürlich ist es anstrengend, ich arbeite hart, es sieht nur nicht so aus. Es ist wie bei guten Aquarellen: Es ist harte Arbeit und es sieht nachher leicht aus. Gleichzeitig ist jede Malreise eine wunderbare Inspirationsquelle.
5) Sie haben ein Atelier in Berlin in der Kurfürstenstr., heißt das, das man dort bei Ihnen vorbeischauen kann? Vielleicht sogar auf einen interessanten Bilderplausch?
Selbstverständlich sollte ein Atelier auch dazu da sein. Es gibt selten Situationen, wo mir ein Besuch selbst unangekündigt, nicht recht ist. Kaffee gibt es immer, ich bin ein leidenschaftlicher Kaffeetrinker.
6) Wie beginnen Sie ihr Bild? Gibt es ein Ritual bevor Sie loslegen?
Wenn es ein Ritual gibt, dann das ich mich bevor ich mit dem Malen beginne schon intensiv mit dem Motiv auseinandergesetzt habe. Das Bild ist schon fertig in meinem Kopf bevor ich den 1. Strich setze.
7) Was gefällt Ihnen an Ihren Bildern besonders gut?
Alles! Und ich habe lieb was ich mache.
8) Da wir Frank Koebsch schon lange kennen, wie lief denn Ihre gemeinsame Ausstellung? Gab es nette Erlebnisse und positive Feedbacks?
Frank Koebsch ist immer ein nettes Erlebnis und insgesamt gab es viel positive Resonanz. Als Schmankel kam Oskar Brunner (ein sehr symphatischer Kollege) unverhofft ins Atelier und schaute sich mit seiner reizenden Anne die Ausstellung an.
9) Können Sie uns ein bisschen was von ihren Kursen erzählen? Inwiefern unterscheidet sich Ihr Malkurs von einem Kurs an der VHS?
Ich denke, weil ich die größtmögliche Freiheit zulasse. Das einzige was ein Aquarell zum Aquarell macht ist die Tatsache, das es mit Aquarellfarben gemalt ist. Ich gehe individuell auf jeden Schüler ein und die Gruppen sind sehr klein.
10) Was meinen Sie, warum wird die Aquarellmalerei in Deutschland nicht so hoch geschätzt wie beispielsweise in England oder der USA?
Ich denke, dass es eine Zeit lang zu sehr in die schöne und liebliche Malerei eingeordnet wurde und der Wert als Kunst an sich unterschätzt wurde. Wir haben als Kursleiter den Fehler gemacht, in dem wir es den Teilnehmern zu leicht gemacht haben und mit Effekten leichte und süßliche Aquarelle als Ergebnis zuliessen. Aber das hat sich ja geändert und ich hoffe, meinen Beitrag dazu zu leisten.
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
RE: Andreas Mattern
in Interview mit einem... Künstler 05.03.2010 22:42von Athena •
| 3.375 Beiträge
Zitat von Andreas Mattern
10) Was meinen Sie, warum wird die Aquarellmalerei in Deutschland nicht so hoch geschätzt wie beispielsweise in England oder der USA?
Ich denke, dass es eine Zeit lang zu sehr in die schöne und liebliche Malerei eingeordnet wurde und der Wert als Kunst an sich unterschätzt wurde. Wir haben als Kursleiter den Fehler gemacht, in dem wir es den Teilnehmern zu leicht gemacht haben und mit Effekten leichte und süßliche Aquarelle als Ergebnis zuliessen. Aber das hat sich ja geändert und ich hoffe, meinen Beitrag dazu zu leisten.
Was genau meinen Sie mit süsslichen Aquarellen? Was ist unter süss zu verstehen?
Meinen Sie wirklich, das es an den Kursleitern lag? Bei Öl und Acryl gibt es aber doch auch Effekte und Tricks und die Leute lieben
diese Technik. Finde das Thema sehr spannend. Bisher ging ich davon aus, das Aquarell einfach noch nicht lange genug in Deutschland bekannt ist.
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Ich bin zwar nicht gefragt, aber ich möchte etwas zu "noch nicht lange genug bekannt" sagen. Man könnte da schon mit Dürer beginnen, der erstklassige Aquarelle geschaffen hat. Um nur ein paar weitere Namen zu nennen: Emil Nolde,die Künstler "Der Brücke" (Expressionismus), "Der Blaue Reiter", Friedensreich Hundertwasser... sind nicht gerade gestern gewesen.
Ein Problem ist, denke ich, vorallem gewesen, daß das Aquarell genau wie die Zeichnung nur als "Vorarbeit" zu den vollwertigen Ölbildern galt- und vielen noch gilt. Daher wird es auch nicht für voll genommen- sprich es werden auch geringere Ansprüche gestellt.
Eine kleine Schwierigkeit, die ich im Studium meistern muss- ich stehe immer zwischen den Kategorien Malerei und Zeichnung. Wohin gehören nun meine Aquarelle?
Bekannt ist die Technik also hinreichend.
Vielleicht verleitet die fließende Farbe auch zum "hübschen" Malen. Versuch mal kraftvoll und sperrig in Aquarell zu malen- hier fangen die Probleme an.
Nur mal so meine Gedanken zum Thema.
Danke übrigens für das tolle Interview.
Gruß
Saskia
RE: Andreas Mattern
in Interview mit einem... Künstler 19.04.2010 10:37von SusanneHaun •
| 19 Beiträge
Liebe Saskia, liebe Regine,
Saskia hat recht, das Aquarell ist schon sehr lange in Deutschland bekannt.
Andreas hat im Moment wenig Zeit, deshalb schreibe ich meine Gedanken zu euren Fragen. Ich teile mir mit Andreas ein Atelier und wir arbeiten schon seit mehr als acht Jahren zusammen. Einen Eindruck von mir und meiner Kunst erhaltet ihr auf meinem Blog http://www.susannehaun.wordpress.com oder meiner Homepage http://www.susannehaun.de . Ich bin Zeichnerin.
Emil Nolde sehe ich nicht als reinen Aquarellisten. Auch auf seinen ungemalten Bildern hat er viel mit Goauche gearbeitet. Ein großer Teil seiner Arbeiten waren Ölarbeiten auf Leinwand.
Mit den Vorarbeiten hast du recht, Saskia. Aber das ändert sich immer mehr. Ich habe schon oft die Anekdote von Michelangelo erzählt, der seinen ganzen Grafikschrank beim Umzug entleerte und alle Zeichnungen wegschmiss. Nur dem Umstand, dass er eine SChublade vergass verdanken wir heute seine vielen Zeichnungen. Da weder bei der Zeichnung noch beim Aquarell Korrekturen möglich sind, handelt es sich hier um eine Meisterdisziplin der Malerei. Immer mehr Galerien zeigen Zeichnungen in Ausstellungen. Hier sollte mit Vorsicht vorgegangen werden, denn es empfiehlt sich nicht, Zeichnungen mit Malerei zu mischen.
Ich denke Saskia das Studium dient auch dazu, das Handwerk zu lernen. Es empfiehlt sich also, Malerei wie Zeichung zu lernen, um sich später spezialisieren zu können.
Und ja, Saskia, ich zeichne sperrig, gerade zeichne ich im Format 10 Meter mal 40 cm. Ich habe früher (vor 2008) auch große Acrylleinwände gemalt (4,50 x 2,60m) der Unterschied ist, dass du mit der Farbe die Fläche schneller füllen kannst. In der Zeichnung mußt du viel überlegter arbeiten.
Ich denke, dass du die Antwort auf deine Frage, wohin deine Aquarell gehören, selber finden wirst, Saskia. Ich wünsche dir viel Erfolg!
Einen schönen Tag an euch alle
Susanne
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