|
|
Interview mit einem... Künstler
Hans Bruckner
Kontakt: office@aquarelle-bruckner.com
Homepage:http://www.aquarelle-bruckner.com
Vita
1953 wurde ich in Hartberg geboren ,wo ich 40 Jahre als Kfz Elekrtiker arbeitete ,bis ich
vor drei Jahre nicht mehr konnte oder mochte und seither vorwiegend nur mehr das machen
darf,woran mein tiefes Inneres Freude hat.
Meine wunderbare Frau Marianne begleitet mich schon 37 Jahre durch ein sehr bewegtes Leben
und ich verdanke ihr sehr viel. Wir haben eine Tochter und zwei Söhne ,auf die wir natürlich sehr stolz sind.
Ein Hund und zwei Katzen gehören auch zu uns. 2001 begann ich mit dem Medium Aquarell, habe mir fast alles im Selbststudium beigebracht.
Hallo Herr Bruckner,
ich möchte mich ganz herzlich für dieses Interview bei ihnen bedanken. Mir hat das erstellen der Fragen viel Spaß gemacht und ihre Bilder bewundere ich sehr, bleiben Sie weiter so kreativ und immer schön den Pinsel schwingen.
1) Strahlende Farben, kräftige Lasuren und schöne Motive erwarten den Betrachter bei Ihren Aquarellen.
Herr Bruckner, bitte erzählen Sie uns doch, wie Ihnen der Weg dahin gelungen ist. (Hier können Sie von sich erzählen, Ihr Weg zum Aquarell)
Ich glaube es war im Jahr 2001,da kaufte mir meine Frau ein Aquarellset .Vorher hatte ich keine Beziehung zur Kunst und ich glaube sie hat
intuitiv gespürt, dass es für mich das Richtige sein könnte. Die ersten paar Jahre ging ich sehr naiv an die Sache heran, bis ich 2004 begann mich mit dem Medium Aquarell intensiver auseinander zu setzen.
Ich probierte mit sehr viel Ehrgeiz alle Aquarelltechniken und Materialien aus .Von da an war das Malen für mich wie eine Sienuskurve, mal oben mal unten ,meist unten. Ich war zu ehrgeizig, wollte immer das perfekte Bild.
Ich war zu angespannt beim Malen und Gefühlsschwankungen haben dabei eine große Rolle gespielt.
Wollte sicher schon tausend Mal aufhören zu malen, aber die Liebe zu den Farben, etwas ausdrücken zu wollen, hat mich immer wieder dazu gebracht weiterzumachen. Erst als ich aufhörte mir etwas beweisen zu wollen und mit mir selbst ins Reine kam, ging ich ganz locker ohne Druck
an die Sache heran.Seither macht es wieder Spaß.
2) Als Künstlerin, die selbst gerne mit Farben um sich wirft, finde ich es toll, wie mutig Sie ans Werk gehen. War das bei Ihnen schon immer der Fall oder gab es auch Zeiten, wo Sie sich nicht trauten, so kräftig zu malen? Greifen Sie bei Farben eigentlich nach Gefühl zu?
Erst in den letzen Jahren, als ich den inneren Druck von mir nahm und keine Angst mehr hatte, dass es unter Umständen kein gutes Bild wird, sondern die Freude am Malen im Vordergrund stand, wurde ich mutig. Heute kann ich gar nicht anders, auch wenn ich mir vornehme, etwas an Farbe und Kontrast zurückzunehmen gelingt es mir nicht. Mein Temparament und Gefühl kommen unaufhaltsam durch und das passt auch so.
Nachdem bei mir Gefühle eine sehr große Rolle spielen, wähle ich das Motiv und die Farben rein intuitiv nach Gefühl.
3) Ich staune bei jedem Ihrer Bilder, sie haben so einen Schwung, wie gehen Sie an ein Motiv heran? Gibt es eine Bleistiftskizze oder lange Planungen? Vielleicht haben Sie sogar eine kleine Schritt für Schritt Anleitung für uns von ihrer Vorgehensweise?
Das ist ganz verschieden, wie ich ein Bild anfange, je nach Lust und Laune. Meistens zeichne ich das Wichtigste vor, aber auch ganz locker
damit nicht schon die Zeichnung zu streng wirkt und mich diese Vorzeichnung von der lockeren Malweise, die ich ja anstrebe, wegbringt.
Planen tue ich so wie im allgemeinen nicht viel, es kommt fast alles während des Malens.
Der Anfang ist aber sicher am wichtigsten.
Da versuche ich großflächig zu malen, sehr viel Naß in Naß und viele weiße Stellen frei zu lassen. Auch am Anfang kommen schon sehr bald
dunkle Farben zum Einsatz, gibt mir sehr viel Selbstvertrauen, wenn schon mehr am Blatt zu sehen ist.
Ich verwende nur Tubenfarben und dabei ist es mir wichtig, dass ich verschiedene Farben, die ich unter Umständen brauche,
vorher schon in kleinen Schalen anmische, damit ich spontan intuitiv sehr viel Farbe aufnehmen kann .
4) Da ich Bäume und den Herbst liebe, habe ich mir Ihr Bild „Bäume in Herbst“ natürlich besonders gerne angeschaut. Motiv und Farben sind genau mein Ding. Mich würde interessieren, ob Sie sich zu den realen Künstlern zählen oder als jemand, der gerne in die Fantasie abtaucht - welche Richtung betrachten Sie eigentlich als schwieriger?
Für mich gehört Fantasie zum Malen dazu, ich glaube, dass dadurch das Bild eine Seele bekommt, was der Betrachter auch spürt.
Um in diese Fantasiewelt eintauchen zu können, muß man aber von den "Normen", die uns schon in der Kindheit durch Eltern, Schule, Gesellschaft
usw. aufgezwungen wurden, loslassen. Ich zähle mich nicht zu den realen Künstlern, darum wäre es für mich sehr schwer, ohne Fantasie
zu malen und umgekehrt wahrscheinlich genauso.
Es gibt so viele Dinge auf dieser Welt die wir nicht sehen, aber spüren und das kann man beim Malen miteinbeziehen.
5) Noch eine Frage zum malen. Wann entscheiden Sie für sich, das ein Bild genug Details bekommen hat und wie schaffen Sie es dann, sich zu bremsen?
Wenn ich innerlich leer bin, geht das ganz automatisch.
Größere Probleme habe ich, nach dem ersten Farbauftrag aufzuhören, um das Bild trocknen zu lassen. Da ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin, male ich oft zu lange und gebe zu viele Farben ins naße Bild hinein.
6) Ich fand Ihr Video mit den Sonnenblumen klasse, Sie malen dort Anfangs mit einem sehr großen, flachen Pinsel. Verraten Sie uns, auf was sie beim Material Wert legen?
Das Material ist für mich sehr wichtig. Nachdem ich mit sehr viel Wasser arbeite, muß das Papier mindestens 300g haben und ganz
wichtig,100 % Bütten. Ich verwende auch nur satiniertes Papier, da sich damit bessere malerische Effekte ergeben.
Sofern ich das Blatt nur hinlege und nicht aufziehe darf es sich auch nicht zu viel wellen.
Bei den Pinseln habe ich sehr viel Geld investiert.Habe mir sehr teure Marderhaarpinsel gekauft. Mußte aber feststellen, dass
sie für mich nicht brauchbar sind und es sehr gute synetische Pinsel mit sehr feiner Spitze zu günstigen Preisen gibt.
Und vor allem, es muß für meine Malerei kein Tier leiden, was mir eigentlich am wichtigsten dabei ist.
Den großen flachen Pinsel verwende ich gerne am Anfang ,da kann man sehr zügig Farbe aufs Papier bringen, scharfe Kanten stehen lassen und zwischendurch zum Verwaschen.
Auch ohne Sprühflasche geht es nicht, es wird bei mir sehr viel ausgewaschen, in mehreren Schichten neu darübergemalt.
7) Herr Bruckner, was motiviert Sie zu malen? Was ist die erste Idee, die Sie dazu bringt ein Bild anzufangen?
Für mich ist das richtige Motiv, das mich aus irgendeinem Grund anspricht, der Auslöser, um ein Bild malen zu wollen.
Das kann ein Foto sein, das ich irgendwo gefunden habe oder das ich selbst fotografiert habe.
Das Motiv ist mir vor allem am Anfang wichtig, im Laufe der Zeit male ich dann sowieso mehr intuitiv und richte mich dann während des malens nur noch selten danach.
8) Wie behalten Sie die Konzentration bei einem Bild oder malen Sie so lange bis es fertig ist?
Konzentration ist sehr wichtig, es entsteht so eine Art Meditation. Gerne höre ich dabei Entspannungsmusik.
Schwieriger wird es für mich dann nach der Trockenzeit, wenn ich inzwischen etwas anderes mache und wieder in die Konzentration kommen möchte, wo ich aufgehört habe. Darum beobachte ich das Bild auch während der Trockenzeit immer wieder, um eingreifen zu können oder neue Farben im richtigen Moment darüber zu geben.
9) Was meinen Sie, warum wird die Aquarellmalerei in Deutschland nicht so hoch geschätzt wie beispielsweise in England oder der USA? Das weiß ich nicht, habe mir eigentlich keine Gedanken darüber gemacht. Ist wahrscheinlich eine Modesache.
Könnte auch sein, das bei den Menschen noch die klassischen zarten Aquarelle in Erinnerung sind.
Aber man kann ja auch Aquarelle ganz anders gestalten, das dem Acryl nahekommt und dennoch das unverkennbare in den Vordergrund stellt.
10) Nun muss ich doch auch gleich fragen, wo kann man von Ihnen lernen? Geben Sie Aquarellkurse? Gibt es Aquarellbücher oder Malreisen? Nein, nichts von dem, ich wäre glaube ich ein sehr schlechter Lehrer.
Mit meiner chaotischen Malweise würde ich eher Verwirrung schaffen. Darum möchte ich allen, die vielleicht erst am Anfang sind, Mut machen
und auch zu kräftigen Farben greifen, es lohnt sich, wenn daraus kontrastreiche leuchtende Bilder entstehen.
Ich wünsche allen viel Spass beim Malen
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Semper Fi :-)
http://reginerost.meinatelier.de
Danke für das Interview und die schönen Bilder Herr Bruckner! Ich liebe die leuchtenden Farben in ihren Bildern und die Spontanietät sieht man sehr überzeugend.
Übrigens sind Sie durch ihre Videos doch schon Lehrer
- und das kein schlechter.
Gruß
Sakia
Kritik willkommen!!! Schreibt was ihr denkt- aber bitte zivilisiert :-)).
-----------------------------------------
http://smes.meinatelier.de
Auch von mir ganz lieben Dank und weiterhin soviel Spaß beim malen.
Sind sie schon an einem neuen Motiv dran, der Herbst ladet ja dazu ein? ![]()
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Semper Fi :-)
http://reginerost.meinatelier.de
RE: Hans Bruckner
in Interview mit einem... Künstler 16.10.2011 12:49von HansB • ( Gast )
Ich möchte mich bei allen recht herzlich bedanken für die sehr aufbauenden
Kommentare.Habe heute schon ein herbstliches Bild gemalt,ist jedoch noch nicht ganz fertig.
Wenn jemand noch Fragen hat, ich beantworte sie gerne.
einen schönen Sonntag,LG.Hans
RE: Hans Bruckner
in Interview mit einem... Künstler 17.10.2011 00:19von Illustrator •
| 606 Beiträge
Hallo Hans,
Deine hier gezeigten Arbeiten haben mich beinahe zwangsläufig dazu veranlaßt, Dich auch auf Deiner Homepage zu besuchen.
Ehrlich gesagt war ich anfangs ein wenig irritiert. Mir war einiges zu nah am Vogel-Stil.
Als ich mich dann näher mit den Arbeiten (vor allem mit den Landschaften und der Architetur) auseinander gesetzt habe. wurde deutlich,
dass Du, abgesehen von der Frische und der lebendigen Farbigkeit, doch einen sehr eigenständigen Weg gegangen bist.
Besonders angetan habe es mir die Arbeiten bei denen man merkt, dass sie in einem Guss, beinahe kalligraphisch herunter geschrieben sind.
Auf Deiner Homepage stellst Du Deine Arbeiten unter den Gesamttenor: "Reduzierung auf das Wesentliche"
Mit dieser Aussage läufst man bei mir weit offene Türen ein. Wenn Du magst, schau Dir unter der Rubrik "Landschaften" hier in der Gasse einmal meine Landschaftsaquarelle an. Du wirst erkennen was ich meine.
Du schließt mit einem Zitat von Sokrates - ich kenne die gleiche Aussage von Aristoteles - Du siehst, auch diese Herren haben bereits von einander abgekupfert .
Als Aquarellist ist mir Heraklit mit dem Zitat: "Patha rhei" - alles fließt - noch ein wenig näher.
Es wäre schön, wenn Du nicht nur als Interview-Partner bei uns zu Gast bist. Ich denke es geben schöne Ansätze für Fachdiskussionen.
liebe Grüße
Dieter
RE: Hans Bruckner
in Interview mit einem... Künstler 19.10.2011 08:36von HansB • ( Gast )
Servus Dieter und alle anderen Leser,
Natürlich orientiert man sich anfangs an irgendwelche Vorbilder ,mein Inneres strebte aber immer nach Eigenständigkeit
und darum war und ist es immer mein Ziel, einen eigenen Stil zu haben,der meinem Wesen entspricht .
Natürlich bin ich erst am Anfang und das ist auch gut so ,denn das entdecken von Neuem macht die Malerei so
interessant und man ist nie am Ende.
Die Sicherheit ein Bild in einem Guss entstehen zu lassen funktioniert nur, wenn man regelmäßig und sehr viel malt.
Da habe ich allerdings noch des öfteren Probleme,doch ich arbeite daran.
Ich danke auch für die Einladung in das Forum,fühle mich sehr geehrt,vielleicht später,wenn ich auch dazukomme zu schreiben.
Herzliche Grüße und lassen wir es fließen.
Hans
RE: Hans Bruckner
in Interview mit einem... Künstler 22.10.2011 07:49von HansB • ( Gast )
Hallo Eveline,
Danke für Deine Antwort,ich freue mich sehr darüber .
@Dieter,habe vergessen zu erwähnen, ich kann Deine Bilder nicht ansehen ,habe keinen Zugang.
Liebe Grüße, Hans
Zitat von HansB
@Dieter,habe vergessen zu erwähnen, ich kann Deine Bilder nicht ansehen ,habe keinen Zugang.
Hallo Hans, die Bilder in der Galerie, steht ganz oben im Forum, müsstest Du als Gast sehen können. Da ist Dieter auch drin.
Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Semper Fi :-)
http://reginerost.meinatelier.de
RE: Hans Bruckner
in Interview mit einem... Künstler 25.10.2011 20:48von kein Name angegeben • ( Gast )
Danke Regine,das habe ich übersehen.
Lieber Dieter ,Deine Aquarelle haben mich zum Staunen gebracht .Einerseits die perfekten Tierabbildungen
und anderseits die lockeren Landschaften,reduziert auf das Wesentliche.Respekt!
Liebe Grüße, Hans
Im Moment sind 7 User online (1 Mitglied | 6 Gäste).
Das Forum hat 1246 Themen und 13458 Beiträge.
Der Rekord liegt bei 39 Besuchern am 01.02.2011 04:07 Uhr.










| 3.384 Beiträge
| 170 Beiträge
| 740 Beiträge