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Interview mit einem... Künstler
Gunter Kaufmann
Kontakt: gunter@kaufmann.de
Homepage: www.aquarelle-kaufmann.de
Vita
Gunter Kaufmann, geb. am 26.08.1937 in Kamenz/Sachsen.
Ich zeichne und male seit meiner frühen Kindheit. Nach der Lehre als Offsetdrucker und Lithograph, anschließender Gesellen-zeit in verschiedenen Großdruckereien in Steinheim am Main, Hannover, Hamburg, Brasilien und Spanien habe ich an der Fachhochschule Nürnberg die Meisterprüfung als Offsetdrucker abgelegt. Anschließend studierte ich sechs Semester in München, an der Akademie für das Graphische Gewerbe HTL, unter der Leitung von Professor Herbert Post. Nach dem Studium leitete ich Betriebe in Spanien, Gütersloh und Passau und war viele Jahre als Geschäftsführer einer Fein-papiergroßhandlung in Nürnberg tätig.
Ich befasse mich intensiv mit der Aquarell-malerei. Vorzüglich male ich Portraits und Kinderportraits. Auch die Kunst „der schönen Handschrift“ (Kalligrafie) pflege ich sehr. Gerne gebe ich meine Erfahrungen an Interessierte und fortgeschrittene Künstler weiter.
(Dieses Interview wurde von unseren Mitglied Albrecht Engelhardt geführt, weshalb ich ihm ganz lieb für seine Hilfe danken möchte.
Grüße auch an die Fellnase).
Lieber Herr Kaufmann,
ich habe schon immer behauptet , dass die Luft in Franken besonders kreativitätsfördernd ist. Vor allen die Aquarellmalerei wird in Franken von einigen sehr guten Malern gepflegt. Ihre Kunst in Ihrer HP zu betrachten macht großen Spaß und zeigt einen Meister der alten Schule.
Frage 1) Hat Ihre Kleidung nicht nur etwas mit der Bequemlichkeit zu tun , sondern vielleicht auch etwas mit dem Land aus der sie kommt? Was wollen Sie zu dieser interessanten Frage wissen? Wollen Sie die glaubwürdige Antwort oder die wahre Geschichte? Glaubwürdig wäre, dass ich eine Ur-Großmutter aus Schottland habe. Daher meine geliebten Schottenröcke. Die wahre Antwort allerdings ist komplizierter. Aber dazu möchte ich nicht mehr sagen, als dass ich mich in dieser Kleidung sehr wohl fühle. Viele sehen inzwischen meine Röcke als Wahrzeichen.
Frage 2) Sie mögen Kinder anscheinend besonders. Was reizt Sie an Kinderpotraits? Das Malen junger Menschen und der Umgang mit ihnen hält jung. Könnte das ein Grund sein? Nein, das ist nicht der Grund. Kinder sind putzig, unschuldig und süss. Ich habe viel Erfahrungen beim Malen in Kindergärten gesammelt, wo ich Malunterricht gebe. Da üben wir Selbstportraits malen zusammen mit den Vorschulkindern. Das macht viel Spaß und die Kinder zeigen sich sehr dankbar und glücklich. Aber das Wichtigste ist, Kinder sind schön zu malen – in jedem Alter.
Frage 3.) Da die Portraits oft sehr lange dauern interessiert uns , was denken Sie während des Malens. Oder sind Sie da auch in einer anderen Welt, die nicht beeinflusst ist von täglichen Kleinigkeiten? So ist es. Ich versinke während des Malens total in die zu malende Person. Sie interessiert und beschäftigt mich derart dass ich mich durch nichts ablenken lassen will. Ausnahmen sind die Schulungsstunden, während denen ich mein Tun erzählen und erklären kann.
Frage 4) Haben Sie schon mal daran gedacht ein einfaches Nass in Nass- Aquarell zu malen? Ja, die Naß-in-Naß-Malerei kenne ich schon immer, seit meiner Kindheit. Heute übe ich mit meiner drei Jahre alten Enkeltochter Aurelia. Dabei kommen wunderbare, abstrakte Bilder heraus, die von bekannten Künstlern nicht übertroffen werden können. Dazu können Sie sich mal auf meiner Homepage unter „abstrakte Malerei“ umsehen. Da sind ein paar Beispiele.
Frage 5) Da Sie schon in reiferem Alter sind, stellt sich die Frage, was in Ihrer Anfangszeit des Malens an Vorbildern existierte ,die Sie event. Beeinflusst haben. Mich hat schon immer die akribisch genaue Malerei der alten Meister interessiert und beeinflusst und begeistert. Dazu kommt, dass ich als Lithograph einen Lehrmeister hatte, der mir von Anfang an das Zeichnen mit dem spitzen Bleistift gelernt hat. Vorbilder waren außerdem Albrecht Dürer, Adolph von Menzel uvm.
Frage 6)Könnten Sie sich vorstellen in der Zeit Michelangelos gelebt zu haben und Ihr Brot mit der Portraitmalerei zu verdienen? Ja! Weit gereist und sehr beliebt als bekannter Portraitmaler.
Frage 7) Was würden Sie einem Kritiker der Neuzeit sagen, wenn er Ihre Bilder als Überholt und nicht in die Zeit passend titulieren würde? Die Zeiten ändern sich ständig. Es ist wie eine fortlaufende Wellenbewegung. Mal ist dieser Trend oben, mal der andere. Ich male nach meinen eigenen Vorstellungen. Meine Malweise ist eines Tages wieder sehr gefragt, nur können es heute sehr wenig Künstler. Ich möchte mich auf den Ausstellungen deutlich von der Masse der Künstler abheben. Das gelingt mir auch wenn ich sehe, dass das Interesse groß ist und die Zahl meiner Anhänger wächst. Was soll da nicht in die Zeit passen?
Frage 8) Stimmen Sie Leonardos Aussage zu ,der sagte: „Der ist nicht universell ,der nicht alle Dinge die zur Malerei gehören auf gleiche Weise liebt. Ja, ich liebe die freie Malerei, aber auch das genaue Beobachten von Licht und Schatten, von Farbstimmungen, und ich liebe auch die Kalligrafie, die Kunst der schönen Handschriften.
Frage 9)Arbeiten Sie auf die klassische Weise bei der Vorskizze eines Portraits? Z.B.Proportionen der Elemente, wie Breite des Kopfes = zweieinhalbfache Stirnhöhe, Augen in der Mitte des Kopfes ..usw?Ich lege besonderen Wert auf genaue Vorskizzen, bevor ich zum Pinsel greife. Geringe Abweichungen sind erlaubt, wenn es der Verdeutlichung und Charakterisierung der zu bildenden Person dient.
Frage 10) Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihr Wissen in einer Schule weiterzugeben?
Ich tue das. In der Umgebung von Nürnberg habe ich ein paar Malschülerinnen und Malschüler. Auch im Internet stelle ich mein Wissen zur Verfügung mit dem sog. kostenlosen Malbrief, der in unregelmäßigen Abständen erscheint.







Zitat: "Die Dinge sind hier nicht immer das, was sie zu sein scheinen." *grins*
Semper Fi :-)
danke für das interessante interview!
die homepage habe ich mit wohlgefallen gelesen und bin begeistert, dass es noch vertreter und verteitiger der alten schule gibt.
da ich diese und ähnliche arten zu malen nicht gelernt habe und von information des internets angewiesen bin, wurden die information der seite (inclusive des/der malbriefe) eine wervolle informationsquelle für mich.
auch ich verteidige meine detailierten bilder heftig....
dafür ebenfalls ein grosses danke.
lg aus wien
RE: Gunter Kaufmann
in Interview mit einem... Künstler 18.05.2011 21:30von Reldats • ( Gast )
Erst mal danke für das interessante und aufschlußreiche Interview. Doch noch mehr danken möchte ich dem Künstler für die
Bilder, die er uns hier zeigt.Es sind genau diese Künstler und ihre Werke, die mich immer wieder aufs Neue motivieren.
Portraits sind, vor allem mit Aquarell, eine schwierige Disziplin und wenn ich dann solch perfekte Werke sehe, werde ich richtig
kribbelig.Ob diese Kunst zeitgemäß ist oder nicht , ist für mich keine Frage. Qualität ist immer in Mode, nur Dummköpfe
lassen sich von billigen Effekthaschereien beeindrucken. Leider wird in vielen Mal-u. Zeichenkursen genau das gelehrt,
nach dem Motto:" Wie komme ich ohne Begabung und wenig Anstrengung zum Erfolg". Deshalb tut es so gut, wenn man solche
Künstler wie Hr. Kaufmann gezeigt bekommt.
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